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Deutscher Mathematiker Gerd Faltings wird mit Abel-Preis ausgezeichnet
Der deutsche Mathematiker Gerd Faltings vom Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn erhält in diesem Jahr den renommierten Abel-Preis für Mathematik. Der Preis werde Faltings verliehen "für die Einführung mächtiger Werkzeuge in der arithmetischen Geometrie", teilte die Norwegische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag in Oslo mit. Der 71-jährige Faltings hatte 1986 bereits die Fields-Medaille bekommen, womit er nun Träger der bedeutendsten Preise seines Fachgebiets ist.
Die Norwegische Akademie würdigte Faltings als "eine herausragende Persönlichkeit" in der arithmetischen Geometrie. "Seine Ideen und Ergebnisse haben dieses Gebiet geprägt." Faltings habe "nicht nur wichtige, seit langem bestehende Vermutungen bewiesen, sondern auch neue Methoden etabliert, die nachfolgende Arbeiten über Jahrzehnte beeinflusst haben", würdigte die Akademie seine "außergewöhnlichen Leistungen".
Die Grundlagen von Faltings Ruhm liegen im Jahr 1983. Damals ging er mit 28 Jahren in Bonn mit einer Erkenntnis an die Öffentlichkeit, die international für Aufsehen sorgte. Faltings lieferte den Beweis für die Mordellsche Vermutung aus dem Jahr 1922 - eine der großen, bis dahin unbewiesenen Thesen der algebraischen Geometrie.
Sechs Jahrzehnte hatten sich Mathematiker erfolglos am Beweis der Vermutung des US-britischen Mathematikers Louis Joel Mordell versucht. Faltings konnte das Problem lösen. Er legte dazu eine 17 Seiten umfassende Abhandlung vor und wurde mit einem Schlag berühmt. Auch jenseits der Mathematik interessierten sich die Menschen plötzlich für den damals als Professor an der Universität Wuppertal lehrenden Faltings.
Nach dem Beweis der Mordell-Vermutung habe Faltings zahlreiche weitere mathematische Probleme "wie Perlen auf einer Schnur" gelöst und außerdem Faltings' Produktsatz entwickelt, würdigten die Verantwortlichen des Abel-Preises den deutschen Forscher. Mit diesem Werkzeug habe er als weiteres hartnäckiges Rätsel die Mordell-Lang-Vermutung gelöst, was mit zu seinen "großen Leistungen" zu zählen sei.
Seit 2023 ist Faltings emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut und setzt seine Forschung fort.
Norwegens Kronprinz Haakon wird den Abel-Preis am 26. Mai in Oslo überreichen. Mit der von der norwegischen Regierung gestifteten Auszeichnung ist ein Preisgeld von 7,5 Millionen norwegische Kronen (rund 680.000 Euro) verbunden. Im vergangenen Jahr hatte der japanische Mathematiker Masaki Kashiwara die Auszeichnung erhalten.
P.Staeheli--VB