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Dresden gedenkt Bombardierung im Zweiten Weltkrieg - Rechtsextremer Aufmarsch am Samstag
In Dresden ist am Freitag der Bombardierung der Stadt kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren gedacht worden. Am Abend schloss sich wieder die traditionelle Menschenkette um die historische Altstadt, zuvor hatte es Gedenkveranstaltungen etwa auf Friedhöfen gegeben. Am Samstag mobilisieren wie in den Vorjahren Rechtsextreme zu einem sogenannten Gedenkmarsch. Es gibt Gegenproteste, die Polizei plant einen Einsatz.
Bei schweren Luftangriffen alliierter Bomber auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 waren rund 25.000 Menschen getötet worden. Große Teile der Altstadt wurden zerstört. Mit Kranzniederlegungen und Andachten wird jedes Jahr daran erinnert. Die Menschenkette um die Altstadt, in der sich Baudenkmäler wie die Frauenkirche befinden, gehört seit 2010 dazu.
Auf von der Stadt im sozialen Netzwerk Instagram verbreiteten Videos war zu sehen, wie sich die Menschenkette in der Innenstadt unter dem Geläut der Dresdner Kirchen am frühen Freitagabend schloss. Außerdem wurden zahlreiche Kerzen vor der Frauenkirche entzündet und das traditionelle sogenannte Bürgersingen zum Gedenken angestimmt. Jedes Jahr beteiligen sich an den Veranstaltungen viele tausend Menschen.
Schon am Freitag wurden nach Polizeiangaben parallel zum offiziellen Gedenken erste Versammlungen der rechten Szene erwartet. Immer wieder versuchen Rechtsextreme, die Erinnerung an die Bombardierung für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Beim 80. Jahrestag im vergangenen Jahr gab es einen größeren Aufmarsch sowie zahlreiche Gegendemonstrationen.
In diesem Jahr erwartet die Polizei in der sächsischen Hauptstadt aufgrund des weniger symbolträchtigen Jahrestags nach eigenen Angaben einen insgesamt ruhigeren Verlauf. Sie plant wegen des rechtsextremen Aufmarsches am Samstag aber trotzdem einen Großeinsatz. Unterstützt werden die Beamten unter anderem von Einsatzkräften der Polizei aus Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Bundespolizei.
Nach Stadtangaben soll die jährliche Menschenkette ein Zeichen gegen Krieg, Gewalt und die politische Instrumentalisierung des Geschehens sowie für Demokratie und Freiheit setzen. Die Bombardierung Dresdens war bereits von den Nationalsozialisten für Propaganda benutzt worden.
Heute versuchen Rechtsextreme und Neonazis nach Angaben des sächsischen Landesverfassungsschutzes das jährliche Gedenken zur Verbreitung von geschichtsrevisionistischen und verfassungsfeindlichen Erzählungen zu nutzen. Dazu gehören demnach die Relativierung des Holocaust und die Umdeutung des vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselten Weltkrieges in einen völkischen "Freiheitskampf". Die rechtsextreme Propaganda operiert dabei oft auch mit weit überhöhten Opferzahlen.
"Wir erinnern an das unermessliche Leid, das Deutsche mit dem Zweiten Weltkrieg über unzählige Menschen gebracht haben", erklärte Sachsens Ministerin für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping (SPD), bereits im Vorfeld. Die Menschenkette stehe "für friedliches Erinnern, für Versöhnung und für den entschlossenen Einsatz gegen den Missbrauch des Gedenkens durch Rechtsextreme". Es gehe auch darum, das Verständnis für historische Zusammenhänge lebendig zu halten.
R.Fischer--VB