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Buchenwald-Überlebender Raymond Renaud mit 102 Jahren gestorben
Der Buchenwald-Überlebende Raymond Renaud ist im Alter von 102 Jahren gestorben. Der Franzose, der zwischen September 1943 und April 1945 in dem NS-Konzentrationslager bei Weimar inhaftiert war, starb am Mittwoch, wie die Thüringer Staatskanzlei und der Landtag am Donnerstag in Erfurt mitteilten.
Renaud hatte noch im vergangenen April an den Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora in Weimar teilgenommen. Er war zudem Ehrenbürger der Stadt Weimar.
Renaud wurde am 15. Juli 1923 in Palinges im Burgund geboren. Der gelernte Tischler war dort Mitglied der kommunistischen Jugend. Im August 1942 wurde Renaud wegen des Transports und der Verteilung von Flugblättern festgenommen und 1943 zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Übergabe an die deutschen Besatzungsbehörden wurde er in das KZ Buchenwald deportiert, wo er unter anderem in einer nahen Rüstungsfabrik arbeiten musste.
Das KZ Buchenwald wurde am 11. April 1945 von der US-Armee befreit. Etwa 56.000 Menschen wurden dort während der NS-Zeit getötet. Nach der Befreiung kehrte Renaud nach Frankreich zurück.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) würdigte Renauds mehr als 20 Jahre währendes Engagement für die Erinnerungsarbeit mit Jugendlichen. "Er hat seine Geschichte erzählt, gegen das Vergessen angekämpft und deutlich gemacht, wohin Menschenhass, Antisemitismus und autoritäres Denken führen", betonte Voigt. Durch sein Wirken habe er "ein unverrückbares Zeugnis gegen das nationalsozialistische Unrecht abgelegt".
Der Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) erklärte, Renaud habe "gezeigt, dass Erinnerung warm, menschlich und zugewandt sein kann". "Trotz all dessen, was ihm in Buchenwald angetan wurde, blieb er ein lebensfroher, humorvoller und gütiger Mensch, der anderen Mut gemacht hat", würdigte Kleine den Verstorbenen.
J.Sauter--VB