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Lieferstopp von Nexperia-Chips: Autohersteller fürchten Produktionseinschränkungen
Der niederländische Chip-Hersteller Nexperia liefert seit mehreren Tagen keine oder weniger Halbleiter als sonst aus - die Autoindustrie in Deutschland fürchtet daher Produktionseinschränkungen oder sogar Produktionsstopps. Volkswagen erklärte, derzeit sei die Produktion unbeeinträchtigt - konkrete Auswirkungen könnten aber auch nicht ausgeschlossen werden. Der Autobauer stehe vor dem Hintergrund der aktuellen Lage "in engem Kontakt mit allen relevanten Beteiligten, um frühzeitig mögliche Risiken zu identifizieren und über entsprechend notwendige Maßnahmen entscheiden zu können".
Die Niederlande hatten im September die Kontrolle über Nexperia übernommen, das zum chinesischen Wingtech-Konzern gehört. Die Regierung verwies auf niederländische und europäische Sicherheitsinteressen. Das Bundesinnenministerium erklärte am Mittwoch, ihm lägen "zum jetzigen Zeitpunkt" keine Erkenntnisse vor, bei Nexperia habe es Warnungen vor in China hergestellten Chips mit schlechterer Produktqualität oder Spionageelementen gegeben.
China belegte Nexperia Anfang Oktober mit einem Exportverbot für bestimmte Bauteile. Automobilhersteller und Zulieferer erhielten am 10. Oktober eine Mitteilung des Unternehmens, wonach dass Unternehmen die Belieferung mit Chips "nicht mehr in Gänze gewährleisten" könne, wie der Verband der Automobilindustrie in Berlin mitteilte.
Das Unternehmen mit Sitz in Nijmegen ist demnach ein weltweit wichtiger Großlieferant von Halbleitern. Diese Chips kommen häufig in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz, sind aber auch für andere Branchen relevant. VDA-Chefin Hildegard Müller warnte am Dienstag vor "erheblichen Produktionseinschränkungen" und gegebenenfalls sogar Produktionsstopps in naher Zukunft, sollte die Lieferunterbrechung von Nexperia-Chips nicht kurzfristig behoben werden können.
VDA-Chefin Müller erklärte, der Verband sei mit den betroffenen Unternehmen, der Industrie, der Bundesregierung sowie der EU-Kommission in Kontakt. "Aktuell sollte der Fokus sein, schnelle und pragmatische Lösungen zu finden." Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Mittwoch, die Regierung sei besorgt, "dass da mögliche Lieferkettenschwierigkeiten eintreten". Chips seien aus modernen Produkten nicht wegzudenken. "Insofern könnte das große Auswirkungen haben". Die Regierung sei "intensiv in Gesprächen" zu dem Thema. "Wir suchen nach Lösungen."
Nexperia gehörte einst zum Philips-Konzern und dessen Chip-Tochterunternehmen NXP. 2018 übernahm Wingtech aus China das Unternehmen.
A.Kunz--VB