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Ägypten verpasst Gruppensieg im "Pride Match"
Auf der Couch weiter, auf dem Platz gepatzt: Ägypten hat im von Spannungen begleiteten "Pride Match" den Gruppensieg bei der Fußball-WM verpasst. Die Mannschaft um Superstar Mohamed Salah kam in Seattle gegen den Iran nur zu einem 1:1 (1:1) – und darf trotzdem jubeln. Dass die "Pharaonen" erstmals die Gruppenphase überstehen würden, war schon vor dem Anpfiff sicher gewesen. Die Iraner müssen als Tabellendritter bangen. Bitter: Ein iranischer Treffer in der Nachspielzeit wurde wegen einer knappen Abseitsposition aberkannt.
Mahmoud Saber (5.) erzielte das Tor für die Ägypter, die durch die vorherigen Ergebnisse schon vor Beginn der Partie für das Sechzehntelfinale planen konnten. Das Team von Trainer Hossam Hassan trifft als Gruppenzweiter nun am Freitag in Dallas auf Australien. Schon einmal hatte die Nation ein K.o.-Spiel bei einer WM bestritten, allerdings hatte das Turnier 1934 bereits mit dem Achtelfinale begonnen.
Der Treffer von Ramin Rezaeian (14.) reichte den Iranern derweil nicht, um sicher weiterzukommen. Als Dritter der Gruppe G muss sich die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei mit drei Punkten noch gedulden, ob es für den historischen Schritt in die K.o.-Phase gereicht hat.
Von dem Wirbel, der im Vorfeld geherrscht hatte, war dabei auf dem Feld nichts zu spüren. Die Veranstalter hatten das Spiel noch bevor die Paarung festgestanden hatte zum "Pride Match" ausgerufen, da an diesem Wochenende die LGBTQI+-Community in der Stadt zum Feiern zusammenkommt. Nach der Auslosung war es deshalb zu Spannungen mit den beiden beteiligten Verbänden aus den muslimisch geprägten Ländern gekommen.
Der ägyptische Trainer Hassan hatte wie auch sein iranischer Amtskollege vorher betont, sich auf das zu fokussieren, was auf dem Platz geschehe. Dort ließ Saber die Ägypter, bei denen der ehemalige Frankfurter Omar Marmoush zunächst auf der Bank saß, in einer wilden Anfangsphase früh jubeln - wie auch Torhüter Mostafa Shoubeir wenig später: Der Keeper parierte einen schlecht platzierten Elfmeter von Mehdi Taremi (11.), der zuvor von Mohamed Abdelmonem im Strafraum unglücklich getroffen worden war. Bitter aus ägyptischer Sicht: Der Verursacher verletzte sich bei seiner Aktion, für den Verteidiger ging es nicht mehr weiter.
Die Freude über Shoubeirs Heldentat währte jedoch nicht lange. Der Iran, der im Rahmen der Reiserestriktionen dieses Mal zwei Tage vor dem Spiel in die USA hatte reisen dürfen, machte ordentlich Druck und wurde durch Rezaeian belohnt, der sehenswert aus spitzem Winkel traf. Auch nach der Pause blieb die Partie umkämpft, vor allem Ägypten übte weiter Druck aus.
T.Egger--VB