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Tickets entzogen: Iran bei WM wohl ohne eigene Fans
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft muss bei der am Donnerstag beginnenden WM in den USA wohl auf die Unterstützung eigener Fans verzichten. Wie der nationale Fußballverband am Dienstag mitteilte, seien dem Iran von den Vereinigten Staaten die zugeteilten Eintrittskarten für die Gruppenspiele kurzfristig entzogen worden. Der Vorgang reiht sich ein in eine Vielzahl bürokratischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran rund um die WM in den vergangenen Tagen und Monaten.
Durch die Maßnahme würden die USA "die Anwesenheit iranischer Fans in den Stadien verhindern" wollen, hieß es in einer Stellungnahme des iranischen Fußballverbandes. Dieser wies darauf hin, dass ihm laut FIFA-Regeln acht Prozent der Tickets für jedes eigene Spiel zugeteilt würden. Der Erklärung zufolge hatte der Iran nach Erhalt seiner Kontingente bereits mit dem Ticketverkauf für die Gruppenspiele gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten – die alle in den USA stattfinden – begonnen.
"In einem unerwarteten Schritt wurden die dem iranischen Fußballverband zugeteilten Kontingente jedoch zurückgezogen, und unter den gegenwärtigen Umständen ist der Verband nicht in der Lage, den Fans der Nationalmannschaft auch nur ein einziges Ticket zur Verfügung zu stellen", hieß es in der Mitteilung. Der Verband bezeichnete diesen Schritt als "widersprüchlich zum Geist internationaler Wettbewerbe und zum Grundsatz der Gleichberechtigung der teilnehmenden Länder".
Weder die FIFA noch die US-Veranstalter haben sich bislang öffentlich zu den Vorwürfen des Iran geäußert. Zuvor hatte es bereits eine Debatte um die US-Visavergabe für die iranische WM-Delegation gegeben. Zwar erhielten die Spieler kurzfristig die Einreisegenehmigung für die USA, 15 Mitgliedern der Delegation wurde diese jedoch verweigert. Wegen des Kriegs zwischen den USA und Iran hatte die iranische Auswahl bereits ihr WM-Quartier von Tucson in Arizona ins mexikanische Tijuana verlegt.
Iran bestreitet sein Auftaktspiel gegen Neuseeland am 15. Juni in Los Angeles, bevor am 21. Juni in derselben Stadt die Partie gegen Belgien ansteht. Zum Abschluss wartet in der Gruppe G am 26. Juni in Seattle Ägypten.
L.Wyss--VB