Volkswacht Bodensee - "Einfach leer und traurig": Kiel fühlt "großen Schmerz"

Börse
Goldpreis -1.04% 4545.6 $
EUR/USD -0.07% 1.1651 $
DAX 0.05% 25104.7
TecDAX 0.84% 4160.08
MDAX 0.34% 33352.83
SDAX 0.54% 19192.97
Euro STOXX 50 -0.08% 6050.54
"Einfach leer und traurig": Kiel fühlt "großen Schmerz"
"Einfach leer und traurig": Kiel fühlt "großen Schmerz" / Foto: © Maximilian Koch/SID

"Einfach leer und traurig": Kiel fühlt "großen Schmerz"

Filip Jicha saß mit aschfahlem Gesicht auf dem Podium. "Ich spüre einen großen Schmerz", sagte der Trainer des THW Kiel niedergeschlagen. Während die Jubelschreie der Melsunger durch die Gänge der Arena waberten, kämpfte Jicha nach dem verlorenen Final-Thriller in der European League mit den Emotionen. "Wir sind einfach leer und traurig", sagte er.

Textgröße:

Das mit 23:24 verlorene Endspiel gegen den Liga-Konkurrenten und der so knapp verpasste erste internationale Titel seit dem Champions-League-Triumph 2020 waren das eine. Noch schwerer wog beim Rekordmeister die bittere Erkenntnis, dass die Königsklasse in der kommenden Saison zum dritten Mal hintereinander ohne den großen THW stattfindet. "Wir hatten eines unserer Saisonziele noch erreichen können, das haben wir nicht", sagte Geschäftsführer Viktor Szilagyi: "Da fühle ich Enttäuschung."

Nationalspieler Rune Dahmke sprach von einem "Paketschmerz. Die Champions League-Quali stand über allem. Das hätte dem Verein und uns und der Stadt extrem viel bedeutet", sagte er. Bei dem Linksaußen machte sich ein "Gefühl der Enttäuschung" breit: "Wir haben leider nie das erreicht, was wir wollten." Nach der verpassten Titelverteidigung im DHB-Pokal bleibt der erfolgsverwöhnte THW in dieser Saison wie zuletzt 2024 ohne Titel, in der Liga steht der Klub zwei Spieltage vor dem Ende nur auf Platz fünf. "Wir spielen beim THW Kiel und wollen immer um Titel mitspielen, deswegen tut es extrem weh, dass wir das Finale verloren haben", sagte Rechtsaußen Lukas Zerbe.

Bei den Melsungern, die den ersten Titel der Klub-Historie feierten und im Herbst nun wohl erstmals in der Champions League antreten dürfen, war die Schlusssirene am Sonntagabend der Start einer langen Partynacht. "Der Schlusspfiff war der Wahnsinn. Alle haben danach gelechzt, das war die pure Erlösung", sagte MT-Kapitän Timo Kastening und sprach von einem "Mega-Gefühl". Final-Held Nebojsa Simic, der die THW-Stars mit seinen Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte, meinte: "Ich fühle mich überragend und habe Zweitausend Emotionen in mir. Ich habe geweint, gefeiert und bin in ein paar Minuten wahrscheinlich besoffen. Diesen Tag werde ich nie vergessen, das wird das ganze Leben bleiben."

H.Gerber--VB