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HSV eiskalt: Freiburg vergibt Europa-Matchball
Pleite nach dem Rausch: Die müden Europapokalhelden des SC Freiburg haben ihren ersten Matchball auf dem erneuten Weg ins internationale Geschäft vergeben. Drei Tage nach dem Einzug in das Finale der Europa League verlor die Mannschaft von Trainer Julian Schuster am vorletzten Spieltag der Bundesliga beim Hamburger SV mit 2:3 (1:1). Bakery Jatta (14.), Luka Vuskovic (64.) und Fabio Baldé (67.) spielten mit ihren Treffern die Partycrasher. Die beiden Tore von Igor Matanovic (16./87.) waren für Freiburg am Ende zu wenig.
Eine Woche nach dem vorzeitigen Klassenerhalt herrschte im Volksparkstadion aber nicht nur beste Stimmung, drei Notarzteinsätze auf der Tribüne ließen die 57.000 Fans zwischendurch minutenlang verstummen. Dabei hätte es ein völlig ausgelassener Feiertag werden sollen: Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin die Bundesliga-Rückkehr perfekt gemacht. Und geht nun als Tabellenelfter ins Saisonfinale.
Durch die 2:3-Niederlage von Eintracht Frankfurt am Freitagabend bei Borussia Dortmund hätte Freiburg ein Sieg zur vorzeitigen Qualifikation für die Playoffs der Conference League gereicht, doch die Breisgauer mussten diesmal der hohen Belastung der letzten Wochen etwas Tribut zollen. Dennoch geht Freiburg mit einem Punkt Vorsprung auf Frankfurt und den FC Augsburg in das Saisonfinale gegen RB Leipzig am nächsten Wochenende. Vier Tage später können Schuster und Co. im Europa-League-Finale in Istanbul Geschichte schreiben. Bei einem Sieg gegen Aston Villa würde Freiburg in der kommenden Saison in der Champions League spielen.
Sein Team habe auch nach dem Finaleinzug noch "Hunger" und den "vollen Fokus", hatte Schuster vor der Partie gesagt: "Wir haben gute Voraussetzungen, am Sonntag den nächsten Schritt zu gehen." Doch dann lag Freiburg erst einmal früh zurück, Jatta schob nach einem sehenswerten Angriff aus kurzer Distanz ein - es war das erste Bundesliga-Tor überhaupt für den dienstältesten HSV-Profi, der seit 2016 an der Elbe spielt. Doch Matanovic schlug in seiner Heimatstadt umgehend zurück.
Und so entwickelte sich bei bestem Fußball-Wetter zunächst eine ausgeglichene Partie. Angetrieben von Fabio Vieira suchte der HSV immer wieder den Weg nach vorne, Freiburg lauerte und zog nach Bedarf das Tempo an. Doch Abwehrchef Vuskovic organisierte die HSV-Defensive bei seiner Startelf-Rückkehr meist sicher.
Beide Teams kamen mit ordentlich Dampf aus der Kabine und hatten jeweils gleich eine große Möglichkeit: Doch für Freiburg scheiterte Lukas Kübler aus der Distanz an Daniel Heuer Fernandes (51.), Ransford-Yeboah Königsdörffer hatte für den HSV die erneute Führung auf dem Fuß (52.).
Und während den Freiburgern danach die Power ausging, legte der HSV zu. Vuskovic hatte bei seinem abgefälschten Freistoß-Tor noch etwas Glück, kurz danach blieb Baldé bei einem schnellen Konter eiskalt. Matanovic sorgte in der Schlussphase noch einmal für Spannung.
C.Koch--VB