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Gunners gnadenlos: Bayers Viertelfinaltraum geplatzt
Bayer Leverkusen ist von einem entfesselten FC Arsenal überrannt und aus allen Viertelfinalträumen gerissen worden. Der deutsche Vizemeister blieb beim 0:2 (0:1) im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei gnadenlosen Gunners chancenlos und muss weiter auf den ersten Einzug unter die Top acht seit 2002 warten.
Eine Woche nach dem Remis im Hinspiel (1:1) zerstörte der Titelfavorit die Hoffnungen der Werkself auf eine riesige Überraschung mit einem Traumtor von Eberechi Eze (36.) und einem Treffer von Declan Rice (63.). Der Ex-Leverkusener Kai Havertz nähert sich dagegen dem großen Ziel, den Henkelpott erstmals überhaupt in den Norden Londons zu holen.
Bayer hatte das Viertelfinale zuletzt 2002 mit Michael Ballack, Bernd Schneider oder Ulf Kirsten erreicht. Damals ging es für die Werkself bis ins Endspiel, dort verlor Leverkusen gegen Real Madrid (1:2). Aufgrund der schwankenden Ligaauftritte könnte das Highlight beim FC Arsenal allerdings das letzte in der Königsklasse für längere Zeit gewesen sein.
Als klarer Außenseiter wollten die Rheinländer im Emirates Stadium befreit aufspielen. Leverkusen treffe zwar auf den Tabellenführer der Premier League, "aber lasst uns zeigen, wer wir sind - dann haben wir eine Chance", forderte Trainer Kasper Hjulmand. Zumal man als Spieler nicht wisse, "wie viele Chancen du auf dieser Bühne bekommst".
Der Druck lag bei den Gunners, die bislang mit furchteinflößender Dominanz und ungeschlagen durch Europa marschiert waren. Zunächst ohne Havertz, der mit einem Elfmetergeschenk den Bayer-Sieg im Hinspiel verhindert hatte, entwickelte sich früh ein einseitiges Duell.
Viel war vor Arsenals Standards gewarnt worden, dennoch entstand nach einer Vielzahl an ruhenden Bällen immer und immer wieder Gefahr. Es lag einzig am starken Janis Blaswich, dass Bayer nicht umgehend einem Rückstand hinterherlaufen musste. Allein gegen Leandro Trossard (16./29./32.) parierte der Torhüter dreimal herausragend.
Der Mut, den die Leverkusener in der Vorwoche noch gezeigt hatten, fehlte vollkommen. Bayer sorgte kaum für Entlastung, bei einem der wenigen vielversprechenden Angriffe wurde der Abschluss von Alejandro Grimaldo (26.) geblockt. Hjulmands Team wirkte phasenweise überfordert, die beste Nachricht der ersten Halbzeit war, dass Ezes unhaltbarer Gewaltschuss aus über 20 Metern der einzige Gegentreffer blieb.
Arsenal, das in der BayArena erstmals in dieser Königsklassen-Saison nicht als Sieger vom Feld gegangen waren, gab durch Trossard (49.) und Viktor Gyökeres (52.) die ersten Warnschüsse nach dem Seitenwechsel ab. Doch Leverkusen steigerte sich langsam, Hjulmand brachte Malik Tillman und Youngster Montrell Culbreath für offensive Belebung.
Leverkusen gestaltete das Spiel fortan etwas offener. Es wirkte jedoch so, als wollte Arsenal die Bayer-Hoffnungen auf ein Comeback im Keim ersticken. Jarell Quansah (62.) rettete in höchster Not, doch kurz darauf fing Rice einen Befreiungsschlag von Grimaldo ab und schob den Ball überlegt ins Eck. Als Havertz in die Partie kam (70.), riskierte Bayer mehr, sah sich aber mehreren Kontern der Gunners ausgesetzt. Christian Kofane ließ spät die beste Chance liegen (87.).
L.Meier--VB