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Nach langer Überzahl: Werder siegt bei Union
Werder Bremen hat im Kampf um den Klassenerhalt den nächsten Befreiungsschlag gelandet und Union Berlin in den Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga gezogen. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune verdiente sich zum Abschluss des 25. Spieltags nach über 75-minütiger Überzahl ein wichtiges 4:1 (2:1) in Berlin und verließ nach dem zweiten Sieg nacheinander den Relegationsplatz.
Olivier Deman (31.), Jens Stage (35.), Marco Grüll (66.) und der eingewechselte Patrice Covic (90.+4) sorgten dafür, dass Werder Patzer der Konkurrenz nutzte und die Gruppe der gefährdeten Klubs um Union erweiterte. Der Vorsprung der Köpenicker auf Platz 16 beträgt nur noch vier Punkte. Der Führungstreffer durch den Ex-Bremer Derrick Köhn (18., Foulelfmeter) reichte nicht für einen Punktgewinn. András Schäfer (19.) sah wegen eines groben Foulspiels früh die Rote Karte.
In Berlin, beim Team von Thiounes Kumpel Steffen Baumgart, begann Werder selbstbewusst und offensiv bemüht. In Ballbesitz tat sich Bremen allerdings schwer, ins letzte Drittel stießen die Grün-Weißen kaum vor. Auch Union blieb im Angriff blass. Die diversen hohen Hereingaben fing Werder-Torhüter Mio Backhaus problemlos ab.
Der erste grobe Abwehrpatzer hatte Folgen: Werders Niklas Stark hielt Ilyas Ansah und brachte den Berliner Angreifer zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte Köhn sicher. Der Jubel währte jedoch nur etwa eine Minute. Schäfer stieg Stage am Mittelkreis im Zweikampf auf den Fuß, Schiedsrichter Timo Gerach zückte sofort Rot - trotz des klaren Foulspiels eine harte Entscheidung.
Werder nutzte den personellen Vorteil umgehend, spielte sich am Berliner Strafraum fest und kam zu guten Chancen. Stages Schuss (22.) parierte Frederik Rönnow stark, kurz darauf zielte Yukinari Sugawara (24.) freistehend aus knapp zehn Metern zu hoch. Beim sehenswerten Deman-Schlenzer war Rönnow machtlos. Stage drehte das Spiel per Kopf nach einer Ecke.
Mit der Führung beendete Werder seine Daueroffensive und zog sich etwas zurück. Die merklich geschockten Berliner kamen bis zur Pause zu keiner nennenswerten Chance. Castro Puertas (44.) hatte dagegen das dritte Tor der Gäste auf dem Fuß.
Bremen kam energisch aus der Kabine und war prompt im Pech, als Stage nach einem sehenswerten Konter am Pfosten scheiterte (50.). Die Gäste blieben tonangebend und bespielten die vielen freien Räume, zwangen Union so zum Hinterherlaufen. Der in seiner Entstehung etwas glückliche dritte Treffer durch Grüll sorgte für die Entscheidung.
S.Leonhard--VB