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Eiskunstlauf: Hase/Volodin glänzen im Kurzprogramm
Minerva-Fabienne Hase pustete tief durch und warf ein paar Handküsse, auch Nikita Volodin winkte erleichtert ins Publikum. Nach einem herausragenden Kurzprogramm greifen die besten deutschen Paarläufer bei den Olympischen Winterspielen in Mailand nach der Goldmedaille. Das Duo zeigte am Sonntagabend eine Weltklasse-Leistung und liegt vor der Kür am Montag (ab 20.00 Uhr/ARD und Eurosport) mit einigem Vorsprung auf dem ersten Platz.
Die Vize-Weltmeister kamen mit ihrem für Olympia einstudierten Tango auf die persönliche Bestleistung von 80,01 Punkten und profitierten zudem auch von einigen Fehlern der Konkurrenz. Im Kampf um die Medaillen liegen Anastassia Metelkina/Luka Berulawa (Georgien/75,46) und Lia Pereira/Trennt Michaud (Kanada/74,60) auf den Rängen zwei und drei.
Die im Teamwettbewerb herausragenden japanischen Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara (73,11) sind nur Fünfte, gleich vor den chinesischen Peking-Olympiasiegern Sui Wenjing/Han Cong (72,66). Die Italiener Sara Conti/Niccolò Macii (Italien/71,70) belegten vor eigenem Publikum nur den enttäuschenden achten Platz. Die Kanadier Deanna Stellato-Dudek/Maxime Deschamps, Weltmeister von 2024, liegen mit 66,04 Punkten gar nur auf dem 14. Rang. Das zweite deutsche Paar Annika Hocke/Robert Kunkel (Berlin) blieb mit 67,52 Punkten knapp einen Punkt unter der Saisonbestleistung und liegt auf Rang elf, in der Medaillenentscheidung wird das Duo keine Rolle spielen.
Hase/Volodin, die Europameister von 2025, hatten vor ihrem ersten gemeinsamen Olympia-Auftritt in einem fünftägigen Trainingslager in der Schweiz am letzten Feinschliff gearbeitet. Am Samstag waren sie nach Mailand zurückgekehrt, starteten am Sonntagabend als letztes von 19 gemeldeten Paaren.
Die Erwartungen an das Top-Duo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) waren groß. Unter Druck setzen lassen wollte es sich nicht. "Wir gehen mit der Einstellung an den Start, dass wir saubere Programme laufen wollen. Dann entscheiden die Preisrichter", sagte Hase.
Hase/Volodin, die bei der EM im Januar geschwächelt hatten, waren in der Milano Ice Skating Arena von Beginn an da. Der Dreifach-Salchow funktionierte als Einzelsprung, den Wurf-Rittberger meisterten sie ohne Probleme, Mimik und Gestik stimmten, das Publikum honorierte den Auftritt mit großem Applaus.
Hocke/Kunkel hatten ein fehlerfreies Kurzprogramm zur Musik von Lady Gaga ("Hold My Hand") präsentiert, wurde ebenfalls vom Publikum gefeiert - und von der Jury doch überraschend hart abgestraft. Die ehemaligen EM-Dritten reagierten frustriert. "Wir haben schon in den letzten Tagen gesehen, dass es hier ein paar zu hinterfragende Entscheidungen gab. Dem schließen wir uns leider an", sagte Kunkel: "Es ist eben ein sehr subjektiver Sport." Hocke ergänzte: "Wir schauen auf das Positive. Wir haben gezeigt, was wir zeigen konnten."
T.Suter--VB