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Horn bei Überraschungssieg von Ponsiluoma Elfter
Die deutschen Biathleten haben die erste Einzelmedaille bei den Winterspielen erwartungsgemäß erneut verpasst. Philipp Horn fiel in der Verfolgung als Bester des DSV-Quartetts von Rang zehn auf elf zurück, nach 12,5 Kilometern und drei Strafrunden fehlten beim überraschenden Sieg des Schweden Martin Ponsiluoma fast zwei Minuten aufs Podest. Schon nach dem durchwachsenen Sprint waren die Medaillen außer Reichweite, das für eine Aufholjagd nötige perfekte Rennen gelang nicht.
Horn blieb vor den Augen von Bayern-Star Joshua Kimmich liegend zweimal fehlerfrei und kam durch Patzer der Konkurrenz zunächst etwas näher an die Führenden heran. Doch mit zwei Strafrunden im ersten Stehendanschlag platzte der Medaillentraum, ehe Horn noch ein weiterer Fehler unterlief. Philipp Nawrath (6 Strafrunden/+3:11,0 Minuten) als 25., Schnellschütze Justus Strelow (4/+3:35,5 Minuten) mit Platz 30 und David Zobel (5/+4:09,9) auf Position 34 zeigten extrem schwache Rennen.
Die absolute Spitze macht weiter einen deutlich stärkeren Eindruck als die Deutschen, agiert in einer anderen Liga. Der Schwede Martin Ponsiluoma lief mit einer beeindruckenden Aufholjagd mit nur einem Fehler von Rang sieben zu Gold, es war sein erster Sieg seit drei Jahren. Dahinter holte Sturla Holm Lägreid (2/+20,6 Sekunden) aus Norwegen mit Silber seine dritte Medaille beim dritten Einzel-Start in Antholz, Bronze ging an den Franzosen Emilien Jacquelin (3/+29,7).
Noch bleiben für die Männer zwei Medaillenchancen bei den Olympischen Spielen in Italien. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf der Staffel am Dienstag (14.30 Uhr), wo auch Ersatzmann Lucas Fratzscher angesichts der durchwachsenen Leistungen der Teamkollegen auf einen Einsatz hofft. Im abschließenden Massenstart am Freitag (14.15 Uhr) sind Horn und Co. wieder nur Außenseiter.
Grund zum Jubeln gab es am Sonntag trotz der bescheidenen Verfolgung: Die deutsche Staffel von Sotschi 2014 mit Daniel Böhm, Arnd Peiffer, Simon Schempp und Erik Lesser erhielt in Antholz nachträglich ihre Goldmedaille. Das Quartett war damals hinter Russland ins Ziel gekommen. Wegen eines Dopingvergehens von Staffel-Teilnehmer Jewgeni Ustjugow rückte Deutschland nach zwölf Jahren des Wartens und Einsprüchen von Ustjugow nun offiziell auf.
G.Frei--VB