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Achtes Gold: Kläbo stürmt zum Olympia-Rekord
Johannes Hösflot Kläbo stand wie ein griechischer Sagenheld in der gleißenden Sonne von Val di Fiemme und streckte nach seinem Einzug in den Wintersport-Olymp cool die Faust in den azurblauen Himmel: Norwegens Skilanglauf-Star ist bei den Spielen von Mailand und Cortina zur achten Goldmedaille seiner Karriere gestürmt und hat damit zu den Rekordsiegern bei Olympischen Winterspielen aufgeschlossen.
"Das war eines der Rennen, über das ich am meisten nachgedacht hatte. Über 10 km Freistil habe ich noch nie gewonnen. Olympia war für diesen Sieg ein guter Zeitpunkt", sagte Kläbo in der ARD: "Das hier heute vor meiner Familie und speziell vor meinem Opa, mit dem ich so oft trainiere, zu schaffen, bedeutet mir so viel."
Bei traumhaftem Wetter in Lago di Tesero setzte sich der 29 Jahre alte Kläbo beim dramatischen Intervallstart über 10 km im freien Stil vor dem Franzosen Mathis Desloges durch. Bronze ging an Kläbos jungen Landsmann Einar Hedegart, der bis zur letzten Zwischenzeit 1000 m vor dem Ziel noch geführt hatte, dann aber einbrach und letztlich 14,0 Sekunden Rückstand hatte.
Die deutschen Skilangläufer waren bei der großen Kläbo-Show nur staunende Statisten. Florian Notz erreichte als bester DSV-Starter Platz 22 (+1:16,8 Minuten). "Ich hatte mir mehr vorgenommen, hatte aber gestern Kopf- und Gliederschmerzen", sagte Notz. Friedrich Moch (37.) und Janosch Brugger (44.) blieben unter ihren Möglichkeiten, durften aber wie Bundestrainer Peter Schlickenrieder hautnah den norwegischen Dominator miterleben.
"Da kann man einer Legende zuschauen", sagte Notz. Brugger meinte: "Ich habe ihn gar nicht gemocht, aber mittlerweile muss man den Hut ziehen." Für Schlickenrieder ist Kläbo "inspirierend und faszinierend. Er zeigt uns, dass man mit Perfektionismus seine Grenzen immer weiter verschieben kann."
Damit erreichte Kläbo, der bereits im Skiathlon und im Sprint triumphiert hatte, seine nicht mehr aktiven Landsleute Marit Björgen, Björn Dählie (beide Skilanglauf) und Ole Einar Björndalen (Biathlon), die ebenfalls achtmal Gold gewannen.
Kläbo, ohnehin schon Rekord-Weltmeister (15 Titel) und Rekord-Weltcupsieger bei den Langläufern (107 Siege), kann schon vor seinem 30. Geburtstag in Val di Fiemme den Wintersport komplett durchspielen. Schon am Sonntag kann er zum alleiniger Rekordhalter bei Winter-Olympia aufsteigen, in der 4x7,5-km-Staffel sind die Norweger kaum zu schlagen.
Zudem kann der Ausnahmeläufer, der in Norditalien bereits im Skiathlon und im Sprint triumphiert hatte, noch im Teamsprint und über 50 km Gold holen. Damit würde er die legendäre Bestmarke von US-Eisschnellläufer Eric Heiden übertreffen, der 1980 in Lake Placid als bislang einziger Wintersportler fünfmal Olympia-Gold in einem Jahr gewonnen hatte.
M.Schneider--VB