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Platini: UEFA muss Infantino "von weiteren Dummheiten abhalten"
Der frühere UEFA-Chef Michel Platini erwartet von den Europäern einen größeren Widerstand gegen den Weltverband FIFA und dessen Präsidenten Gianni Infantino. Man müsse "die Werte des Fußballs energischer verteidigen", forderte der Franzose in einem Interview mit dem britischen Guardian: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin müsse in der FIFA "präsenter sein", um Infantino "von weiteren Dummheiten abzuhalten".
Die UEFA sei "immer wichtig" gewesen und habe "ein Gegengewicht zu den unsinnigen Aktionen der FIFA" gebildet. Das Problem? Infantino sei "seit der Pandemie immer autokratischer geworden", betonte Platini: "Ich denke, er hat den Faden verloren. Es herrscht weniger Demokratie als zu Blatters Zeiten."
Infantino, der unter Platini UEFA-Generalsekretär und 2016 nach dem Sturz von Joseph S. Blatter zum FIFA-Chef gewählt worden war, sei damals "ein guter Co-Trainer" gewesen, aber er sei "kein guter Cheftrainer", ergänzte der 70-Jährige: "Er mag die Reichen und Mächtigen, die mit Geld. Das ist sein Charakter. So war er schon als Co-Trainer, aber da war er noch nicht der Chef."
Platini war nach Blatters Rücktritt als designierter Nachfolger angesehen worden. Im Zuge der Ermittlungen zu einer dubiosen Millionenzahlung wurden die beiden Funktionäre aber lange durch die Ethikkommission der FIFA gesperrt, der Freispruch vom Vorwurf des Betruges durch ein Schweizer Gericht ist seit August 2025 rechtskräftig. Infantino gilt als größter Profiteur der Vorgänge.
Platini wünscht sich inzwischen, dass "mehr ehemalige Spieler in die Fußballführung einsteigen". Es sei jedoch "keine leichte Aufgabe, deshalb wollen sie nicht viele übernehmen. Man muss unermüdlich Wahlkampf führen, und es kostet viel Geld", erklärte der frühere Europameister: "Aber für die Demokratie wäre es besser, wenn es einen gesunden Wettbewerb mit neuen Ideen gäbe."
A.Ruegg--VB