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Krimi in Kroatien: DHB-Männer gewinnen ersten EM-Test
Statement-Sieg gegen den Angstgegner: Deutschlands Handballer haben ihren ersten EM-Stresstest mit großer Coolness und defensiver Stabilität bestanden. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason bezwang den WM-Zweiten Kroatien nach einer starken Schlussphase 32:29 (17:14) und machte eine Woche vor dem Turnierstart gegen Österreich bereits viel Lust auf mehr.
Kapitän Johannes Golla, Spielmacher Juri Knorr und Renars Uscins waren am Donnerstagabend mit jeweils fünf Toren die besten deutschen Schützen. Die 15.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena Zagreb sahen eine enge Partie mit vielen Führungswechseln. Am Ende hatte das deutsche Team, das vor allem mit einer robusten Abwehr vor Torhüter David Späth überzeugte, die besseren Nerven und fuhr nach zuletzt vier Niederlagen in Folge gegen die Kroaten wieder einen Sieg ein. Am Sonntag (18.05 Uhr/ARD) kommt es in Hannover im Rahmen der Generalprobe zum direkten Wiedersehen.
"Wir müssen diese zwei Spiele gegen Kroatien so angehen, als wären sie Teil der EM", hatte Gislason im Vorfeld gefordert – und seine Spieler hörten zu Beginn auf die Worte des 66-Jährigen. Aus einer stabilen Deckung erspielte sich Deutschland beim 4:2 (7.) durch Julian Köster erstmals eine Zwei-Tore-Führung, zuvor hatte Golla aus drei Würfen drei Tore erzielt.
In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Späth, der zunächst für Andreas Wolff zwischen den Pfosten stand, bekam einige Bälle zu fassen. Doch als sich in der DHB-Offensive die Fehlwürfe und technischen Fehler häuften, gaben die Gastgeber nach mehreren Tempogegenstößen und Abschlüssen aus der zweiten Reihe erstmals den Takt vor - 11:9 (18.).
Die Schwächephase überstand das Gislason-Team aber schadlos - und drehte dann auf. Im eigenen Angriff war für die Kroaten von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson kein Durchkommen mehr. Nach dem 12:14 (22.) erzielten die Gastgeber im ersten Abschnitt keinen Treffer mehr - Deutschland dagegen fünf: Marko Grgic krönte unmittelbar vor der Pause die bislang beste deutsche Phase vom Siebenmeterstrich zur ersten Drei-Tore-Führung.
"Wir können mit der ersten Halbzeit zufrieden sein", urteilte Teammanager Benjamin Chatton zur Pause. Zwischenzeitlich habe das Gefühl bestanden, "dass wir den Anschluss verlieren. Wir haben uns dann sehr gut gefangen und in unterschiedlichen Abwehrformationen, das hat mir besonders gefallen, Paroli geboten."
Den Wiederbeginn verschliefen die Gäste dann aber völlig. Beim 18:18 (35.) glich Kroatien wieder aus. Doch das DHB-Team fing sich erneut schnell: Spielmacher Knorr übernahm nun Verantwortung, traf zweimal in Folge und setzte mit seiner Dynamik wichtige Impulse im Rückraum. Auch Grgic und Miro Schluroff blieben offensiv effizient.
Die Kroaten blieben ohne das Kieler Urgestein Domagoj Duvnjak, das nach dem WM-Silbergewinn im Vorjahr seine Nationalmannschaftskarriere beendet hatte, aber stets in Reichweite - auch weil Torhüter Dino Slavic nun stark im Spiel war. In der Crunchtime bewies Gislasons Team dann starke Mentalität.
Bei der EM trifft Deutschland in der Vorrundengruppe A neben den Österreichern (15. Januar) auf Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar/alle 20.30 Uhr).
M.Betschart--VB