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Israel greift Süden des Libanon erneut an - mehrere Tote
Nach tödlichen Angriffen in den vergangenen Tagen hat Israel den Beschuss von Zielen im Süden des Libanon fortgesetzt. Wie libanesische Medien am Montag berichteten, wurden bei den Angriffen in der Nacht elf Menschen getötet, darunter auch zwei Kleinkinder. Israel warf der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz Drohnenangriffe und wiederholte Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die israelische Armee kündigte an, die Angriffe fortzusetzen, bis die Bedrohungen durch die Miliz beseitigt seien.
Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden neun Menschen in einem dreigeschossigen Gebäude in der Ortschaft Kfar Rumman getötet. Zudem kamen demnach zwei Helfer der Rettungskräfte bei einem Angriff auf ihr Fahrzeug ums Leben. Erst am Vortag waren bei israelischen Angriffen sieben Menschen getötet worden.
Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Schulbüchern und Resten von Möbeln in den Trümmern des getroffenen Gebäudes. Rettungsteams durchsuchten am Morgen die Trümmer nach weiteren Opfern.
Viele Bewohner des Dorfes waren eigenen Angaben zufolge erst nach dem Beginn der Waffenruhe im Juni in ihre Häuser zurückgekehrt. Er lebe in Angst, sagte Fuad Tschakaron der AFP. Das angegriffene Gebäude sei von "friedlichen Menschen ohne Verbindung zu irgendjemandem" bewohnt gewesen.
Israel begründet die Angriffe mit Drohnen-Attacken der Hisbollah auf ihre Soldaten und damit einer Verletzung des Waffenruhe-Abkommens. Die "terroristischen Aktivitäten der Hisbollah zwingen die israelischen Streifkräfte dazu, entschlossen dagegen vorzugehen", hieß es in einer Erklärung der Armee.
Das israelische Außenministerium schrieb am Montag im Onlinedienst X: "Wiederholte Drohnenangriffe. Waffenlager. Terror-Infrastruktur. Kommandozentralen in zivilen Gegenden. Die Hisbollah versucht, ihre militärischen Fähigkeiten im Südlibanon wieder aufzubauen. Diese Verstöße werden nicht hingenommen."
Der Libanon war im März in den Iran-Krieg hineingezogen worden, als die mit Teheran verbündete Hisbollah Israel vom Libanon aus angegriffen hatte. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Libanesischen Angaben zufolge wurden seither mehr als 4300 Menschen durch die israelischen Angriffe getötet. Die israelische Armee hat einen von der Grenze zehn Kilometer ins Land reichenden Abschnitt im Südlibanon zur "Sicherheitszone" erklärt, in der sie Soldaten stationiert hat.
Am Sonntag waren libanesischen Angaben zufolge bei israelischen Angriffen sieben Menschen getötet worden. Auch am Freitag hatte es Tote gegeben. Der libanesische Präsident Joseph Aoun rief die USA und die internationale Gemeinschaft zu "dringendem Handeln" auf. Die jüngsten Angriffe seien "eine gefährliche Eskalation", die staatliche libanesische Institutionen und Gesundheitseinrichtungen erreicht habe, erklärte Aoun.
Unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hatten sich Israel und der Libanon Ende Juni auf eine Rahmenvereinbarung geeinigt, die den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll.
F.Stadler--VB