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Israel übergibt fünf im Südlibanon festgenommene Zivilisten an Beirut
Israel hat fünf im Zuge der Kämpfe gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon festgenommene Zivilisten freigelassen und an Beirut übergeben. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärte am Freitag, es habe die fünf aus israelischer Haft freigelassenen Zivilisten in den Libanon gebracht. Der libanesische Präsident Joseph Aoun dankte dem IKRK sowie der US-Regierung für ihre Bemühungen in dem Fall.
Das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag mitgeteilt, nach dem Abschluss der Vernehmungen habe sich herausgestellt, dass es sich bei den bislang Inhaftierten "um Zivilisten handelt, die keiner Terrororganisation angehören und nicht in terroristische Aktivitäten verwickelt waren". Es gebe daher "keinen Grund, sie weiterhin in Israel festzuhalten".
Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP beobachtete am Freitag, wie drei Fahrzeuge des IKRK aus den von Israel besetzten Teilen des Südlibanon am Kontrollposten der libanesischen Armee in al-Amirija eintrafen, der den Beginn des von Beirut kontrollierten Gebietes markiert. Der Konvoi wurde von zwei Fahrzeugen der libanesischen Armee in die südliche Stadt Tyros eskortiert, wo sich die Freigelassenen medizinischen Untersuchungen unterziehen und von der Armee befragt werden sollten.
Es war die erste derartige Freilassung, seitdem Libanons Regierung im August Gespräche darüber gefordert hatte. Ein libanesischer Vertreter teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, die Freilassung sei der Auftakt zur Fortsetzung der Gespräche zwischen Vertretern Libanons und Israelin Rom.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam begrüßte die Freilassung. Er dankte der US-Regierung von Präsident Donald Trump für ihre Bemühungen in dem Fall. Nawaf kündigte an, sich für die Freilassung aller libanesischen Gefangenen und die Aufklärung des Schicksals von Vermissten sowie für einen Rückzug Israels aus libanesischem Gebiet einzusetzen. Auch Libanons Präsident Aoun dankte der Trump-Regierung.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums lobte Israel und den Libanon dafür, "mit diesen ersten Schritten guten Willen bewiesen zu haben". Washington hoffe, "dass dies als Grundlage für erweiterte Gespräche über andere zivile Fragen dienen wird".
Ende Juni hatten sich Israel und der Libanon unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Teil der Vereinbarung ist ein schrittweiser Rückzug der israelischen Armee aus dem Süden des Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah aktiv ist. Die vom Iran unterstützte Miliz lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.
Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive.
Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die mit der islamistischen Palästinenserorganisation verbündete Hisbollah eine zweite Front gegen Israel eröffnet und das Nachbarland vom Norden aus angegriffen.
T.Germann--VB