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250-Dollar-Schein mit Trumps Konterfei ruft Kritik und Spott hervor
Pläne für eine 250-Dollar-Note mit dem Konterfei von US-Präsident Donald Trump haben Kritik und Spott hervorgerufen. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte am Donnerstag, dass die Regierung einen solchen Schein zum 250-jährigen Bestehen der USA vorbereite. Die frühere Außenministerin Hillary Clinton spottete: "Bis zum Ende von Trumps Amtszeit wird das gerade noch für eine Gallone (3,8 Liter) Benzin und einen Karton Eier reichen."
Die "Washington Post" hatte berichtet, das US-Finanzministerium dränge die untergeordnete Abteilung für Münz- und Druckwesen zur Herausgabe der neuen 250-Dollar-Note. Es wäre der erste US-Geldschein mit dem Porträt einer lebenden Person seit 160 Jahren. Zudem wäre es die Banknote mit dem höchsten Wert, derzeit sind Geldscheine von bis zu 100 Dollar im Umlauf.
Einige zeigen frühere Präsidenten: Der erste US-Staatschef George Washington ist auf der Ein-Dollar-Note zu sehen, Abraham Lincoln auf dem Fünf-Dollar-Schein. In diese Riege historischer Größen will nun auch Trump aufsteigen - und sie mit seinem höherwertigen Schein gewissermaßen übertrumpfen.
Die "Washington Post" veröffentlichte einen Entwurf des neuen 250-Dollar-Scheins. Darauf blickt Trump den Betrachter grimmig an. Das Bild ist seinem offiziellen Präsidentenporträt nachempfunden, das wiederum auf einem Polizeifoto aus dem Jahr 2023 basiert. Damals hatte der Bundesstaat Georgia Trump wegen mutmaßlicher Wahlmanipulation im Jahr 2020 angeklagt. Die Ermittlungen wurden im vergangenen Herbst eingestellt, da das Oberste US-Gericht Trump umfassende Immunität zugebilligt hatte.
Bessent bestätigte, dass sein Ministerium für die Banknote "Vorbereitungen getroffen" habe. Voraussetzung sei allerdings, dass der Kongress einen Gesetzesentwurf billige, um mit Trump erstmals seit 1866 wieder eine lebende Persönlichkeit auf einem Dollarschein zu verewigen. Kurz nach dem US-Bürgerkrieg war die Praxis verboten worden, nachdem ein Finanzbeamter sein eigenes Konterfei hatte auf Geldscheine drucken lassen.
In Onlinenetzwerken hagelte es Spott über den 250-Dollar-Schein. Viele Nutzer warfen Trump "Personenkult" nach dem Vorbild von Diktaturen vor. Andere veröffentlichten bearbeitete Bilder der Dollarnote - etwa mit Trump und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Das Design für den Geldschein hat der britische Künstler Iain Alexander entworfen. Er sagte der "Washington Post", Trump persönlich habe die Vorschläge abgesegnet. Die Banknote soll nach Alexanders Worten die blau-weiß-roten Farben der US-Flagge tragen sowie ein Logo zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung, der am 4. Juli gefeiert wird.
Ob der neue Geldschein bis zu den Jubiläumsfeiern in die Geldbörsen kommt - oder überhaupt - ist allerdings ungewiss. Im Kongress fehlt bisher eine Mehrheit für die Pläne. Im Senat bräuchten Trumps Republikaner mehrere Stimmen aus dem Lager der oppositionellen Demokraten, um das Gesetz zu ändern. Diese aber stellen sich quer.
Im Finanzministerium soll in dem Streit bereits mindestens ein Kopf gerollt sein. Die Leiterin der zuständigen Abteilung Münz- und Druckwesen, Patricia Solimene, wurde Ende April entlassen. Laut "Washington Post" hatte sie rechtliche Bedenken gegen den Trump-Schein geäußert.
Erst im März hatte Solimene demnach aber die Unterschrift von Donald Trump auf den künftigen 100-Dollar-Scheinen gebilligt - auch das eine Premiere. Seit 1861 sind auf US-Banknoten die Unterschriften des Finanzministers und des Schatzmeisters zu sehen, nicht die des Präsidenten.
Die geplante 250-Dollar-Banknote reiht sich ein in eine Fülle von Vorhaben, Trump auf Gebäuden oder staatlichen Symbolen abzubilden. Bereits gebilligt ist zudem eine Goldmünze mit dem Konterfei des Präsidenten. Das 24-Karat-Stück soll pünktlich zu den 250-Jahr-Feiern herauskommen.
W.Huber--VB