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USA reduzieren Kampfbrigaden in Europa von vier auf drei - Vance spricht von Umschichtung von Ressourcen
Die USA reduzieren die Zahl ihrer in Europa stationierten Kampfbrigaden. Anstatt vier seien nur noch drei Kampfbrigaden vorgesehen, teilte das US-Verteidigungsministerium am Dienstag (Ortszeit) mit. Damit werde wieder der Stand von 2021 erreicht. Eine Kampfbrigade (Brigade Combat Team) umfasst 4000 bis 4700 Soldaten; insgesamt hatten die USA zuletzt laut Pentagon etwa 100.000 Soldatinnen und Soldaten in Europa stationiert. US-Vizepräsident JD Vance rechtfertigte die US-Truppenreduzierungen und betonte, Europa müsse "auf eigenen Beinen stehen".
Die Entscheidung zur Reduzierung der in Europa stationierten Kampfbrigaden führe "zu einer vorübergehenden Verzögerung" der Entsendung von US-Streitkräften nach Polen, fügte das Pentagon hinzu. In der Erklärung des US-Verteidigungsministeriums hieß es zudem, die endgültige Stationierung "dieser und anderer US-Streitkräfte in Europa" werde zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Die US-Armee werde aber eine "starke Militärpräsenz" in Polen beibehalten.
Zuletzt hatten die USA laut Pentagon etwa 100.000 Soldatinnen und Soldaten in Europa, davon waren gut 65.000 fest in Europa stationiert, der Rest wurde rotierend entsandt. In Deutschland waren Ende Dezember gut 36.000 US-Soldaten stationiert - mehr als in jedem anderen europäischen Land. Anfang Mai hatten die USA angekündigt, binnen eines Jahres 5000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Trump erklärte später, Washington werde die Zahl "noch deutlich stärker reduzieren".
Zudem war die Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen vergangene Woche kurzfristig gestoppt worden. Vance sagte dazu am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus, die Verlegung sei lediglich verschoben und nicht gestrichen worden. Die Soldaten könnten aber auch woanders in Europa stationiert werden, fügte er hinzu.
Die Regierung in Washington wolle "einige Ressourcen so umschichten, dass die Sicherheit der USA bestmöglich gewährleistet" sei, sagte Vance. Damit werde Europa dazu ermutigt, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, sagte Vance zur Frage nach Polen. "Die Vereinigten Staaten können nicht die Weltpolizei sein." Was Polen betreffe, handele es sich zudem nur um einen Aufschub.
Ein hochrangiger US-Militärvertreter hatte vergangene Woche in einer Anhörung vor dem Kongress gesagt, dass der Chef des US-Europakommandos die Anweisung zur Truppenreduzierung in Polen erhalten habe. Polen ist ein wichtiger Verbündeter der USA an der Nato-Ostflanke.
Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, äußerte sich am Dienstag wenig besorgt über den angekündigten US-Truppenabzug aus Europa. "Ich möchte betonen, dass diese Entscheidung keinen Einfluss auf die Umsetzbarkeit unserer regionalen Pläne hat", sagte Grynkewich am Dienstag in Brüssel.
US-Präsident Donald Trump drängt die europäischen Verbündeten seit langem dazu, mehr für ihre eigene Verteidigung zu tun. Er hatte sich auch wiederholt empört, dass sich die Nato-Verbündeten im Iran-Krieg nicht an der Sicherung der Straße vom Hormus beteiligten. Scharfe Kritik übte Trump in diesem Zusammenhang auch an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der den USA eine fehlende Strategie im Iran-Krieg vorwarf.
Schon vor dem zweiten Amtsantritt Trumps im Januar 2025 hatten die USA eine geopolitische Neuorientierung in Richtung Indo-Pazifik angekündigt. Washington will hier seine Einflusssphäre gegenüber chinesischen Ausdehnungsbemühungen behaupten. Trumps Abwendung von den europäischen Verbündeten hatte zu einer Beschleunigung beim Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit geführt.
D.Schaer--VB