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Nach Schlagabtausch mit Trump: Papst will Rubio bei Rom-Besuch empfangen
Nach der jüngsten Kritik von US-Präsident Donald Trump an Italien sowie seinem Schlagabtausch mit Papst Leo XIV. wird US-Außenminister Marco Rubio Ende der Woche in Rom und im Vatikan erwartet. Aus Vatikankreisen wurde am Sonntagabend bestätigt, dass ein Treffen zwischen dem Oberhaupt der katholischen Kirche und Rubio geplant sei. Dieses solle die bilateralen Beziehungen entspannen.
Nach Angaben aus italienischen Regierungskreisen will Rubio bei seinem Besuch in Rom auch Italiens Außenminister Antonio Tajani und Verteidigungsminister Guido Crosetto treffen. Auch ein Gespräch mit Regierungschefin Giorgia Meloni sei von Washington angefragt worden. In italienischen Medien wurde der für Donnerstag und Freitag geplante Besuch als "Tauwetter"-Diplomatie dargestellt.
Der in den USA geborene Papst und der Rechtspopulist Trump hatten sich vor dem Hintergrund des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche verurteilte im April die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"
Trump reagierte wütend auf den Aufruf des Papstes und warf ihm mit Blick auf den Iran vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Der Papst wiederum sagte, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen. Später brachte er sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass Äußerungen von ihm als kritische Anspielung auf Trump wahrgenommen worden seien.
Am Freitag ernannte der Papst laut Vatikan einen illegal in die USA eingereisten Migranten zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston im US-Bundesstaat West Virginia. Evelio Menjivar-Ayala wurde in El Salvador geboren und überquerte nach Angaben der Diözese 1990 die Grenze zu den USA, nachdem er zwischenzeitlich in Mexiko festgehalten worden war. Trump verfolgt einen harten Kurs gegen Migranten. Leo XIV. hat den Umgang mit Migranten in den Vereinigten Staaten als "äußerst respektlos" bezeichnet und einen "menschlichen" Umgang gefordert.
Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni ihrerseits verurteilte Trumps Kritik am Papst als "inakzeptabel" – woraufhin der Präsident sich kritisch über sie äußerte. Zuletzt drohte der US-Präsident zudem Italien wie unter anderem auch Deutschland mit dem Teilabzug von US-Soldaten: Italien sei für die Vereinigten Staaten im Iran-Krieg "überhaupt keine Hilfe" gewesen, beklagte Trump.
Die seit Oktober 2022 regierende Rechtsaußenpolitikerin Meloni versuchte in der Vergangenheit, zwischen dem Rechtspopulisten und Kritikern in der EU zu vermitteln. Italien wie andere europäische Nato-Partner weigern sich, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Teheran sperrt zudem die Straße von Hormus, während die USA iranische Häfen blockieren.
D.Bachmann--VB