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Korruptionsverdacht: Ermittler dürfen Elysée-Palast nicht durchsuchen
Im Zuge von Ermittlungen zu möglicher Korruption bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für Festakte haben Fahnder am Dienstag den Amtssitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufgesucht - ohne jedoch hineingelassen zu werden. "Der Zugang zu den Büros des Elysées wurde nicht gestattet", teilte die Finanzstaatsanwaltschaft am Dienstag mit. Dies sei damit begründet worden, dass die Räume des Präsidialamtes nach der französischen Verfassung geschützt seien.
Der Elysée bestätigte seinerseits, dass die Ermittler am Morgen vorgesprochen hätten. Ihnen seien Unterlagen von Mitarbeitern des Präsidialamtes ausgehändigt worden. Diese Dokumente hätten jedoch nichts mit der Tätigkeit des Präsidenten zu tun. Das Enthüllungsblatt "Le Canard Enchaîné" hatte zuvor über eine Durchsuchung im Elysée-Palast berichtet, was mit dem Fall befasste Kreise der Nachrichtenagentur AFP zunächst bestätigt hatten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden am Dienstag hingegen andere Orte durchsucht, unter anderem Privatwohnungen. Anlass dafür sei der Verdacht auf Begünstigung und Korruption bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, erklärte Finanzstaatsanwalt Pascal Prache. Diese umfassten die Festakte zur Aufnahme berühmter Persönlichkeiten in die staatliche Pariser Ruhmeshalle Panthéon.
Nach Informationen von "Le Canard Enchaîné" wurden diese Festakte seit gut zwei Jahrzehnten von einer einzigen Eventfirma namens Shortcut Events organisiert. Diese habe dafür jeweils etwa zwei Millionen Euro in Rechnung gestellt. Auch der internationale Festakt zum 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie und weitere Großveranstaltungen wurden demnach von dem Unternehmen organisiert.
Die Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt seit Dezember 2023 in dieser Angelegenheit. Die verdächtige Auftragsvergabe reicht bis in die Amtszeit von Macrons Vorgängern zurück, unter ihnen François Hollande und Nicolas Sarkozy.
Das Pantheon ist eine ehemalige Kirche, die während der Französischen Revolution in eine nationale Ruhmeshalle umgewidmet wurde. Sie ist laut Inschrift auf der Fassade den "Großen Männern" gewidmet. Die Wissenschaftlerin Marie Curie und die Widerstandskämpferinnen Geneviève de Gaulle-Anthonioz und Germaine Tillion waren die ersten Frauen, die aufgrund ihrer Verdienste ins Pantheon aufgenommen wurden.
Macron hatte in seiner Amtszeit neben anderen die Frauenrechtlerin Simone Veil, die in den USA geborene Sängerin Josephine Baker und den Politiker Robert Badinter ins Pantheon aufnehmen lassen.
U.Maertens--VB