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Präsidentenwahl in Peru: Stichwahl zwischen zwei rechten Kandidaten wahrscheinlich
Nach der Präsidentenwahl in Peru am Sonntag zeichnet sich eine Stichwahl zwischen der rechtspopulistischen Kandidatin Keiko Fujimori und dem Rechtsextremen Rafael "Porky" López Aliaga ab. Erste offizielle Ergebnisse vom Montagmorgen (Ortszeit) sehen Fujimori bei 17 Prozent und López Aliaga bei 16 Prozent der Wählerstimmen. Drittplatzierter wurde mit rund 13 Prozent demnach der frühere Kulturminister Jorge Nieto. Die Stichwahl würde am 7. Juni stattfinden.
Vor ihren Anhängern sprach Fujimori in der Nacht von einem "sehr positiven Zeichen". "Der Feind ist die Linke", fügte die 50-Jährige hinzu. Fujimori ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der nach dem Ende seiner zehnjährigen Amtszeit im Jahr 2000 unter anderem wegen Korruption zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Sie war zum vierten Mal angetreten, gilt als Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump und hat im Wahlkampf angekündigt, US-Investoren nach Peru zu holen und Ausländer auszuweisen.
López Aliaga sprach von "schwerem Wahlbetrug" und rief seine Anhänger auf, auf die Straße zu gehen. Der 65-Jährige hatte im Wahlkampf versprochen, "Jagd" auf venezolanische Migranten zu machen. Der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Lima vergleicht sich gerne mit der Figur "Schweinchen Dick" (engl. Porky Pig) aus der Comic-Serie Looney Tunes.
Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe hatten dazu geführt, dass die Wahllokale eine Stunde länger als vorgesehen geöffnet blieben. Einige Wahllokale sollten zudem am Montag erneut öffnen, um den Wählern die Stimmabgabe zu ermöglichen, die aufgrund eines "logistischen Problems" am Sonntag nicht hatten abstimmen können.
Rund hundert Wahllokale mussten aufgrund fehlender Unterlagen am Wahltag ganz geschlossen bleiben. Wegen der Probleme hatte die Staatsanwaltschaft das Hauptquartier der Wahlbehörde und die Räume eines privaten Subunternehmers durchsucht, dem vorgeworfen wurde, die Materialien nicht rechtzeitig geliefert zu haben. Insgesamt konnten der Wahlkommission zufolge mehr als 60.000 Bürger ihre Stimme nicht abgeben. Die fehlenden Stimmen machen aber nur einen Bruchteil der Gesamtzahl aus.
Die Politikverdrossenheit in Peru ist groß. Fast alle Präsidenten der vergangenen Jahre wurden der Korruption oder Geldwäsche verdächtigt oder sitzen deshalb in Haft. In Umfragen geben mehr als 90 Prozent der Peruaner an, kein oder wenig Vertrauen in die Politik zu haben.
Mehr als 27 Millionen Peruanerinnen und Peruaner waren am Sonntag aufgerufen, einen von 35 Kandidaten für das Präsidentenamt auszuwählen - eine Rekordzahl für das südamerikanische Land, das seit vielen Jahren in einer Wirtschafts- und Sicherheitskrise steckt. Beherrschendes Thema im Wahlkampf war die Sicherheitslage. Die Zahl der Gewalttaten hatte sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. In vielen Regionen haben kriminelle Banden die Kontrolle übernommen, Mordanschläge sind an der Tagesordnung.
A.Zbinden--VB