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Vance: Europäer offenbar nicht sonderlich interessiert an Lösung des Ukraine-Konflikts
US-Vizepräsident JD Vance hat europäischen Staats- und Regierungschefs vorgeworfen, nicht genug für ein Ende des Ukraine-Krieges zu tun. "Wir sind von vielen politischen Entscheidungsträgern in Europa enttäuscht, da sie offenbar nicht sonderlich daran interessiert sind, diesen Konflikt zu lösen", sagte Vance am Mittwoch bei seinem Besuch in Ungarn. Es gebe zwar "erhebliche Fortschritte" bei den Bemühungen zur Lösung des Konflikts. Dieser Konflikt sei aber der "am schwersten zu lösende".
Die "Fortschritte" führte Vance unter anderem darauf zurück, dass Washington die Kriegsparteien dazu gebracht habe, ihre jeweiligen Positionen darzulegen. Im Laufe der Zeit hätten sich die Positionen Moskaus und Kiews "immer weiter angenähert". Das Ziel sei zwar "noch nicht erreicht", er sei aber "optimistisch", sagte Vance. "Denn der Krieg ergibt grundsätzlich keinen Sinn mehr."
Zum jetzigen Zeitpunkt werde "um ein paar Quadratkilometer Territorium in die eine oder andere Richtung gefeilscht". Es sei aber fragwürdig, dass dafür "Hunderttausende weiterer junger russischer und ukrainischer Männer geopfert" werden müssten. Auch sei es fraglich, ob "weitere Monate oder sogar Jahre mit höheren Energiepreisen und wirtschaftlichen Schäden in Kauf" genommen werden müssten.
In diesem Zusammenhang pries Vance Ungarns Regierungschef Viktor Orban, der trotz des russischen Angriffskrieges weiter enge Beziehungen zu Moskau unterhält und sich mit den meisten anderen Staats- und Regierungschefs in der EU überworfen hat.
"Am hilfreichsten war Viktor", sagte Vance über den rechtsnationalistischen Politiker. Denn der ungarische Ministerpräsident sei es gewesen, der die USA dazu ermutigt habe "dies wirklich zu verstehen - aus der Perspektive sowohl der Ukrainer als auch der Russen zu begreifen, was nötig ist, damit sie den Konflikt beenden können".
Vance war am Dienstag in Ungarn eingetroffen, um wenige Tage vor der Parlamentswahl Unterstützung für Orban zu demonstrieren. Die Ungarn wählen am Sonntag ein neues Parlament. Die Fidesz-Partei des seit 2010 ununterbrochen regierenden Orban liegt Umfragen zufolge deutlich hinter der Partei Tisza von Oppositionspolitiker Peter Magyar.
M.Betschart--VB