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Mindestens 40 Migranten sterben bei Bootsunglücken in Mittelmeer und Ärmelkanal
Bei Vorfällen mit Booten im Mittelmeer und im Ärmelkanal sind mindestens 40 Migranten ums Leben gekommen. Vor der türkischen Ägäisküste wurden mindestens 19 Menschen aus Afghanistan tot aus dem Wasser geborgen, darunter ein Baby, wie die türkische Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Italiens Küstenwache meldete derweil den Fund von 19 toten Migranten auf einem Boot vor der italienischen Insel Lampedusa. Beim Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, starben zwei weitere Menschen.
Sieben Migranten, darunter zwei Kinder, würden wegen "Unterkühlung und einer Kohlenwasserstoff-Vergiftung" behandelt, teilte Filippo Mannino, Bürgermeister der nahe Tunesien gelegenen italienischen Insel Lampedusa, der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit. 58 Überlebende, darunter fünf Kinder, konnten nach Angaben der Küstenwache nach Lampedusa gebracht werden.
Die Rettungsaktion fand rund 135 Kilometer vor der Insel statt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Opfer seien vermutlich alle an Unterkühlung gestorben, berichtete Ansa und verwies auf starken Wind, Regen und Temperaturen um die zehn Grad.
Lampedusa ist ein wichtiges Einfallstor für Migranten, die von Nordafrika aus über das Mittelmeer nach Europa fahren. Das letzte schwere Unglück auf der gefährlichen Route hatte sich im August des vergangenen Jahres ereignet, als 27 Menschen bei zwei Schiffsbrüchen vor Lampedusa starben. In diesem Jahr haben laut dem Innenministerium bisher mehr als 6100 Migranten Italien über das Meer erreicht.
Die türkische Küstenwache barg indes am Mittwoch nach eigenen Angaben vor der Insel Bodrum 18 Leichen aus dem Wasser, ein weiterer Mensch starb später im Krankenhaus. 21 Insassen des Schlauchboots überlebten demnach das Unglück und konnten gerettet werden.
Den Angaben zufolge hatte eine Patrouille das Schlauchboot am Morgen vor der Küste von Bodrum geortet und zum Halten aufgefordert. Stattdessen sei das Boot "mit hohem Tempo geflüchtet". Daraufhin sei Wasser ins Boot eingedrungen und dieses sei gesunken.
Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Mugla, Idris Akbiyik, handelte es sich bei den Bootsinsassen um Afghanen. Akbiyik machte schlechtes Wetter und die unruhige See für das Unglück verantwortlich.
Der beliebte türkische Badeort Bodrum liegt nur wenige Kilometer von der griechischen Insel Kos entfernt, einem der Hauptziele von Migranten zum Erreichen der Europäischen Union in der Ägäis.
Auf der gefährlichen Überfahrt zu den griechischen Inseln kommt es häufig zu Bootsunglücken. Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Migrationsbehörde (IOM) mindestens 831 Migranten im Mittelmeer ums Leben oder gelten als vermisst.
Auch im Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich ereignete sich am Mittwoch ein tödliches Unglück mit einem Flüchtlingsboot. Zwei Migranten seien bei dem Versuch, den Kanal vor der Küste von Gravelines in Nordfrankreich illegal zu überqueren, ums Leben gekommen, teilte die zuständige Präfektur mit.
Den Angaben zufolge kamen Rettungskräfte acht Migranten zur Hilfe, deren Boot nach dem Ablegen nahe Gravelines in Not geraten war. Drei von ihnen hätten eine "sofortige medizinische Versorgung" benötigt, zwei Migranten seien kurz darauf für tot erklärt worden, erklärte die Präfektur weiter.
Polizeiangaben zufolge handelt es sich bei den Toten um zwei Männer aus dem Sudan und Afghanistan. Eine Frau sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden; sie sei außer Lebensgefahr. Fünf Überlebende seien in Gewahrsam genommen worden, erklärte die Polizei.
Es handelt sich um die ersten bekannt gewordenen Todesfälle bei der Überquerung des Ärmelkanals in diesem Jahr. 2025 waren auf der Route laut einer AFP-Zählung auf Grundlage offizieller französischer und britischer Quellen mindestens 29 Migranten ums Leben gekommen.
F.Fehr--VB