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Trump droht mit "Vernichtung" der Ölinsel Charg und aller Kraftwerke im Iran
US-Präsident Donald Trump hat Teheran mit der Zerstörung der iranischen Öl- und Energieinfrastruktur gedroht. Falls die iranische Führung nicht bald einem Abkommen zur Beendigung des Krieges zustimme, würden die USA alle Kraftwerke, Ölfelder und die für den Ölexport wichtige Insel Charg "in die Luft jagen und vollständig vernichten", erklärte Trump am Montag. Zugleich äußerte er aber erneut die Hoffnung auf eine baldige Verhandlungslösung.
In Gesprächen mit dem Iran seien "enorme Fortschritte" erzielt worden, erklärte Trump. Schon am Sonntag hatte er sich zuversichtlich geäußert, in Kürze eine Einigung mit dem Iran zu erreichen. "Ich denke, wir werden ein Abkommen mit ihnen schließen, ich bin mir fast sicher", sagte er an Bord der US-Präsidentenmaschine Air Force One. Dies könnte "bald" der Fall sein.
Am Montag erhöhte Trump aber den Druck auf Teheran. Falls es nicht bald eine Einigung gebe und Teheran die Straße von Hormus nicht "umgehend" wieder für den Schiffsverkehr freigebe, würden die USA "alle ihre Kraftwerke, ihre Ölfelder und die Insel Charg" und womöglich alle Entsalzungsanlagen "in die Luft jagen und vollständig vernichten", schrieb der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social.
Zuvor hatte er gesagt, die US-Armee könne die Insel Charg "sehr leicht" einnehmen. Charg liegt im Norden des Persischen Golfs etwa 30 Kilometer vom iranischen Festland und rund 500 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt. Durch die Meerenge verläuft für gewöhnlich rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seit Beginn des Iran-Krieges ist die Meerenge durch die iranische Seite de facto weitgehend gesperrt.
Die "Washington Post" hatte am Wochenende berichtet, dass die US-Regierung die Entsendung von Bodentruppen in den Iran vorbereite. Demnach umfassen die Pläne des Pentagon Bodeneinsätze auf Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus.
Trump bekräftigte am Montag, dass die USA "ernsthafte Gespräche mit einem neuen und vernünftigeren Regime" in Teheran führten. "Wahrscheinlich" werde es bald einen "Deal" geben, betonte der US-Präsident.
Trump hat wiederholt von diplomatischen Kontakten mit dem Iran gesprochen, Teheran bestreitet jedoch Gespräche mit der US-Regierung. Der US-Präsident vertritt die Auffassung, dass durch den vor mehr als vier Wochen begonnenen US-israelischen Krieg gegen den Iran bereits ein "Regimewechsel" in Teheran erreicht worden sei.
US-Außenminister Marco Rubio sagte am Montag, die USA hätten in vertraulichen Gesprächen mit iranischen Vertretern positive Signale erhalten. Es gebe "Brüche" innerhalb der Islamischen Republik. Washington hoffe, dass Persönlichkeiten mit Durchsetzungskraft die Führung in Teheran übernehmen würden, sagte Rubio dem Sender ABC.
Pakistan, das sich als Vermittler eingeschaltet hat, sieht wachsende Unterstützung für seine diplomatischen Bemühungen, wie der pakistanische Außenminister Ishaq Dar am Sonntag nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei sagte.
Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi richtete am Montag einen Appell an Trump: "Niemand außer dir kann den Krieg am Golf beenden. Bitte hilf uns, den Krieg zu beenden, du bist dazu in der Lage", sagte er in Kairo.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Experten warnen, dass eine mögliche Bodenoffensive und eine Ausweitung der iranischen Attacken auf die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten den Öl-Preis weiter in die Höhe treiben könnten.
Israel setzte derweil seine Angriffe auf Ziele im Iran fort. Die Stromversorgung in Teilen der Hauptstadt Teheran und der Umgebung war nach neuen Luftangriffen kurzzeitig unterbrochen. Die israelischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben zudem dutzende Waffen-Produktionsstätten im Iran an, darunter eine Anlage für die Fertigung von Boden-Luft-Raketen in Teheran.
In Israels bedeutendster Ölraffinerie in Haifa brach am Montag ein Großbrand aus, der laut der Feuerwehr von herabgestürzten Trümmern nach der Abwehr eines Luftangriffs ausgelöst wurde.
In Kuwait wurde bei einem iranischen Angriff auf eine Energie- und Wasserentsalzungsanlage nach Angaben des Elektrizitätsministeriums des Golfstaats ein Mensch getötet. Das saudiarabische Verteidigungsministerium teilte im Onlinedienst X mit, die Streitkräfte des Landes hätten fünf Marschflugkörper abgefangen, die sich im Anflug auf den Osten des Landes befunden hätten.
D.Schaer--VB