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Frankreichs Parlamentspräsidentin bereut Schweigeminute für getöteten Ultrarechten
Gut fünf Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Ultrarechten in Frankreich infolge einer Schlägerei mit Linksextremen hat die Parlamentspräsidentin eine Schweigeminute für den Getöteten bereut. "Wenn wir damals gewusst hätten, was für ein Profil er hatte, dann hätten wir das nicht getan", sagte Yaël Braun-Pivet am Mittwoch in Paris. "Aus heutiger Sicht kann man die Schweigeminute bereuen", fügte sie hinzu.
Braun-Pivet erinnerte daran, dass damals alle Fraktionen dem Antrag des rechtsextremen Abgeordneten Eric Ciotti zugestimmt hatten, der um die Schweigeminute gebeten hatte. Die Abgeordneten der Nationalversammlung hatten in Gedenken an den getöteten Quentin Deranque am 17. Februar eine Schweigeminute gehalten.
Das Investigativmagazin "Mediapart" berichtete später, dass Deranque in Onlinediensten zahlreiche rassistische Bemerkungen gemacht und seine Bewunderung für den Nationalsozialismus und Adolf Hitler zum Ausdruck gebracht habe. Er hatte zudem Verbindungen zu mehreren ultrarechten Gruppen und nahm an Boxtrainings unter dem Motto "Selbstverteidigung der Weißen" teil.
Deranque war Mitte Februar bei einer Prügelei zwischen rechts- und linksextremen Gruppen tödlich verletzt worden. Die Justiz ermittelt gegen acht Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren wegen Totschlags oder Beihilfe zum Totschlag. Zwei der Verdächtigen sind ehemalige Mitarbeiter eines linkspopulistischen Abgeordneten.
Der Tod des 23-jährigen Deranque hatte in Frankreich zu erheblichen Spannungen zwischen den politischen Lagern geführt. Mehr als 3200 Menschen beteiligten sich an einem Trauermarsch, zu dem rechtsextreme und erzkatholische Gruppen aufgerufen hatten.
R.Fischer--VB