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Wadephul sieht keine Notwendigkeit für Beteiligung an Hormus-Mission
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) schließt eine deutsche Beteiligung an einem Marineeinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus zum jetzigen Zeitpunkt aus. Für einen solchen Einsatz sehe er keine "unmittelbare Notwendigkeit - vor allen Dingen auch nicht, dass Deutschland sich beteiligt", sagte Wadephul am Sonntagabend in der ARD. Der Minister forderte von den USA und Israel mehr Informationen über die Kriegsziele und die weiteren Planungen im Krieg gegen den Iran.
"Bevor wir über weitere Maßnahmen in der Zukunft reden, wollen wir erst einmal eingebunden werden in den Entscheidungsprozess", sagte Wadephul. Die USA und Israel müssten "uns informiert halten, uns sagen, welche konkreten Ziele noch verfolgt werden, und dann gemeinsam mit uns darüber zu reden, wie man diesen Krieg beenden kann".
Dabei sei "vollkommen klar, dass Europa es immer konstruktiv unterstützt, wenn es um die Sicherung von Seewegen geht", fügte der Minister hinzu. "Sicherheit für die Straße von Hormus genauso wie für das Rote Meer werden wir nur bekommen, wenn es eine Verhandlungslösung gibt und wenn man dann auch mit den Iranern darüber spricht."
Die Außenministerinnen und Außenminister der EU beraten am Montag in Brüssel über die Lage im Nahen Osten. Thema dabei ist auch eine mögliche Ausweitung der EU-Marinemission Aspides im Roten Meer zum Schutz der Seewege in der Straße von Hormus.
Er sei aber "sehr skeptisch, ob eine Ausweitung von Aspides in der Straße von Hormus für mehr Sicherheit würde sorgen können", sagte Wadephul in der ARD. Die Mission sei schon im Roten Meer "nicht wirkungsvoll".
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gefordert, andere Staaten sollten im Iran-Krieg die Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus absichern. Dabei stieß er bei den Verbündeten aber auf zurückhaltende Reaktionen.
L.Meier--VB