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Demonstranten in Kuba randalieren in Büro von Kommunistischer Partei
Wütende Demonstranten haben in Kuba ein Büro der Kommunistischen Partei verwüstet. Im Internet verbreitete Videos zeigten, wie die Protestierenden in der Nacht in das Parteibüro in Moron östlich von Havanna einbrechen und Akten, Computer und Möbel auf die Straße schleppen und in Brand setzen. Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte am Samstag die Ausschreitungen. Zugleich gestand er in einem seltenen Schritt ein, dass es Unzufriedenheit in der Bevölkerung gebe.
"Man kann die Unzufriedenheit unserer Bevölkerung angesichts der anhaltenden Stromausfälle verstehen", erklärte Díaz-Canel. "Was niemals verstanden oder gerechtfertigt werden kann, ist Gewalt", fügte er mit Blick auf die Ausschreitungen in Moron hinzu. Nach Angaben der staatlichen Zeitung "Invasor" wurden dort fünf Menschen wegen Vandalismus festgenommen. Der Zeitung zufolge wurden auch Behördengebäude in der Stadt beschädigt.
Kuba befindet sich in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Eine hohe Inflation sowie Lebensmittel- und Medikamentenknappheit machen der kubanischen Bevölkerung zu schaffen. Seit Ende vergangenen Jahres gab es zudem mehrere landesweite Stromausfälle, die teilweise tagelang andauerten. Fast täglich haben die Menschen zudem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen.
In Kuba gibt es nur selten Demonstration. Teilnehmer von Demonstrationen im Jahr 2021 gegen die schlechten Lebensbedingungen wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Seit einiger Zeit machen viele Kubaner ihrem Unmut dadurch Luft, dass sie nachts zu Hause oder auf der Straße auf Töpfe schlagen und damit Lärm machen.
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach einen Regierungswechsel in Kuba in Aussicht gestellt und gesagt, Kuba stehe nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dem Iran-Krieg "als nächstes" auf seiner Agenda. Am Freitag hatte die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur "Lösung von bilateralen Differenzen" bestätigt.
P.Keller--VB