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Trump drängt andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen in Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump hat im Iran-Krieg andere Länder zur Unterstützung bei der Sicherung der de facto gesperrten Straße von Hormus gedrängt. Auch andere Staaten sollten Kriegsschiffe zum Schutz der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Verkehrsroute entsenden, erklärte Trump am Samstag. Die Bundesregierung hatte eine deutsche Beteiligung am Vortag ausgeschlossen. Derweil flog die US-Armee Trump zufolge massive Angriffe auf die iranische Öl-Insel Charg. Nach Angaben der örtlichen Behörden lief der Exportbetrieb jedoch uneingeschränkt weiter.
Trump hatte am Freitag vor dem Hintergrund der stark steigenden Ölpreise angekündigt, die US-Marine werde "sehr bald" damit beginnen, Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Nun drängte er andere Länder dazu, sich an der Sicherung der für den Ölhandel wichtigen Verkehrsroute zu beteiligen.
"Viele Länder, insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Sperrung der Straße von Hormus betroffen sind, werden gemeinsam mit den USA Kriegsschiffe entsenden, um die Straße offen und sicher zu halten", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er hofft demnach darauf, dass auch "China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder" Schiffe entsenden.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Vortag am Rande eines Besuchs in Norwegen ausgeschlossen, dass die Bundeswehr sich an einer Mission in der Straße von Hormus beteiligen könnte.
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Die US-Armee flog derweil nach den Worten von Präsident Trump massive Angriffe auf die für die iranischen Ölexporte wichtige Insel Charg. Alle militärischen Ziele auf der Insel im Persischen Golf seien "vollständig ausradiert" worden, erklärte Trump. Die Insel Charg liegt im Norden des Persischen Golfs etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt. Über sie werden laut der US-Bank JP Morgan etwa 90 Prozent der Rohölexporte der Islamischen Republik abgewickelt.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, es gebe keine Schäden an Ölanlagen auf der Insel. Demnach "versuchte" die US-Armee, Luftverteidigungsanlagen, einen Marinestützpunkt, den Kontrollturm des örtlichen Flughafens und einen Hubschrauber-Hangar auf Charg zu beschädigen. Nach Angaben des örtlichen Vize-Gouverneurs liefen die Aktivitäten der Ölfirmen am Export-Terminal Charg "normal weiter".
Der Iran drohte seinerseits mit Angriffen auf US-Unternehmen in der Region, sollten seine Energieanlagen im Iran-Krieg angegriffen werden. "Der Iran wird auf jeden Angriff auf seine Energieanlagen reagieren", zitierte das Staatsfernsehen Außenminister Abbas Araghtschi nach den US-Angriffen auf Charg.
Der Krieg ging am Samstag in die dritte Woche und nach den Worten des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz in seine "entscheidende Phase". Diese werde "so lange andauern wie nötig", sagte Katz.
Der Iran startete derweil am Abend neue Raketenangriffe auf Israel, wie das iranische Staatsfernsehen meldete. Zuvor berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars von einem US-israelischen Raketenangriff auf ein Industriegebiet in Isfahan, bei dem 15 Menschen getötet worden seien.
Der Iran griff unterdessen offenbar auch einen Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Über Fudschaira, einer Hafenstadt am Golf von Oman, stiegen am Samstag schwarze Rauchwolken auf. Nach Behördenangaben verursachten Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne einen Brand.
In Kuwait nahmen dem Verteidigungsministerium zufolge zwei Drohnen einen Luftwaffenstützpunkt ins Visier, auf dem US-Militärpersonal stationiert ist. Drei Menschen seien leicht verletzt worden.
In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde die US-Botschaft erneut bei einem Angriff getroffen. Kurz zuvor waren bei einem Angriff in Bagdad Kämpfer einer einflussreichen pro-iranischen Gruppe getötet worden.
Die jordanische Armee teilte mit, binnen einer Woche 79 vom Iran abgefeuerte Raketen und Drohnen abgefangen zu haben. Insgesamt seien 85 Raketen und Drohnen aus der Islamischen Republik in Richtung Jordanien gestartet worden.
C.Koch--VB