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Frontex: 660 Migranten seit Jahresbeginn im Mittelmeer gestorben
Etwa 660 Migrantinnen und Migranten sind laut offiziellen Zahlen im Januar und Februar bei versuchten Überfahrten über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Dies seien mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum, teilte die EU-Grenzschutzbehörde Frontex unter Berufung auf Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag mit. Zugleich sei die Zahl der irregulären Grenzübertritte in den ersten beiden Monaten des Jahres um die Hälfte zurückgegangen.
Beides ist nach Einschätzung von Frontex auf die extremen Wetterbedingungen zurückzuführen, die die Überfahrten noch riskanter machten. Insgesamt seien 12.000 "irreguläre Grenzübertritte" an den EU-Außengrenzen erfasst worden.
"Die Zahl dieser Tragödien ist auf die extremen Wetterbedingungen zurückzuführen", erklärte Frontex. Die Schleuser seien sich der Risiken bewusst. "Sie zögern nicht, verzweifelte Menschen auf seeuntüchtigen Booten aufs Meer zu schicken, weil sie am Profit interessiert sind", erklärte die Grenzschutz-Agentur.
Frontex warnte davor, dass der Iran-Krieg "Bevölkerungsbewegungen in der Region" in den kommenden Monaten verschärfen könnte. Bislang habe sich der Krieg im Nahen Osten jedoch nicht nennenswert auf die Migrationslage an den EU-Außengrenzen ausgewirkt.
Die Migrationsroute über Mitteleuropa sei seit Jahresanfang am häufigsten genutzt worden. Dort wurden laut Frontex knapp 3400 Ankünfte registriert. Auf der Route aus Westafrika verzeichnete die Agentur einen Rückgang irregulärer Überfahrten um gut 80 Prozent auf etwa 1.200 Ankünfte. Die Zahl der Überquerungen des Ärmelkanals Richtung Großbritannien ging im Januar und Februar demnach um zwölf Prozent zurück. Frontex verzeichnete 3900 Fälle.
Die meisten Migranten kamen demnach aus Afghanistan, Bangladesch und Algerien.
A.Ruegg--VB