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Generationenwechsel in Nepal: Wahlbehörde bestätigt klaren Sieg von Ex-Rapper Shah
In Nepal hat die Wahlbehörde den klaren Sieg des 35-jährigen früheren Rappers und Ex-Bürgermeisters Balendra Shah bei der Parlamentswahl bekanntgegeben. Wie die Behörde am Donnerstag nach Auszählung aller Stimmen mitteilte, errang Shahs Mitte-Partei Rastriya Swatantra Party (RSP) 182 der 275 Sitze im Abgeordnetenhaus und damit die absolute Mehrheit. Damit steht der Wahl Shahs zum Regierungschef durch die Parlamentskammer nichts mehr im Wege.
Der haushohe Sieg des Reformpolitikers Shah und seiner RSP hatte sich bereits in den vergangenen Tagen im Verlauf der Auszählungen abgezeichnet. Shah, der bis vor Kurzem Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu war, steht für einen Generationenwechsel in der Politik des Himalaya-Staats.
Die Nepalesische Kongresspartei (Nepali Congress), die bisher stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus war, landete weit abgeschlagen mit 38 Mandaten auf dem zweiten Platz. Dahinter folgen mit 25 Sitzen die Marxisten des vierfachen Regierungschefs K.P. Sharma Oli. Sha besiegte den 74-jährigen Oli auch im Rennen um ein Direktmandat in dessen Wahlkreis, wie die Wahlbehörde bereits am Samstag mitgeteilt hatte.
Die Wahl am Donnerstag vergangener Woche hatte sechs Monate nach dem Sturz der von Oli angeführten Regierung durch Massenproteste stattgefunden. Dabei traten zahlreiche junge Kandidaten gegen die etablierten Politiker an. Shah gab für seine Kandidatur bei der Wahl das Bürgermeisteramt in Kathmandu auf.
Angeführt von Vertretern der zwischen Mitte der 1990er und der 2000er Jahre geborenen Generation Z hatten im September zahlreiche Menschen in dem südasiatischen Land gegen Korruption und die schlechte Wirtschaftslage demonstriert. Der zunächst friedliche Protest artete in Gewalt aus, als Sicherheitskräfte auf die Demonstranten schossen. Mehr als 70 Menschen wurden getötet, Regierungsgebäude wurden in Brand gesetzt.
Unter dem Druck der Demonstranten trat Regierungschef Oli schließlich zurück, eine Übergangsregierung unter Leitung der früheren Obersten Richterin Sushila Karki übernahm das Ruder.
J.Marty--VB