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Ultrarechter Wahlsieger Kast in Chile als Präsident vereidigt
In Chile ist der ultrarechte Politiker José Antonio Kast als Präsident vereidigt worden. Kast legte seinen Eid am Mittwoch bei einer Zeremonie vor dem Parlament in der Küstenstadt Valparaíso rund 110 Kilometer westlich von Santiago ab. Der deutschstämmige Sohn eines Wehrmachtssoldaten und Vater von neun Kindern folgt auf den linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric. Der 60-jährige Kast hatte die Stichwahl um die chilenische Präsidentschaft im Dezember für sich entschieden.
Im Wahlkampf hatte Kast damit geworben, die Kriminalität zu bekämpfen, alle Migranten ohne gültige Papiere abzuschieben und die chilenische Wirtschaft anzukurbeln. In den meisten sozialpolitischen Themen steht Kast weiter rechts als die Mehrheit der Chilenen. Er lehnt Abtreibung, Scheidung und gleichgeschlechtliche Ehen ab.
In Kast haben die Chilenen den am weitesten rechts stehenden Präsidenten seit dem Ende der Militärdiktatur vor 36 Jahren gewählt. Der 60-Jährige, der aus seiner Bewunderung für Chiles langjährigen Militärdiktator Augusto Pinochet früher nie einen Hehl machte, hatte am Wahltag angekündigt, der "Präsident aller Chilenen" sein zu wollen.
Mit dem Amtsantritt von Kast fügt sich Chile in eine Reihe konservativer Regierungen in Lateinamerika seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus ein. Der Amtseinführung wohnten mehrere Staatschefs der Region bei, unter ihnen der argentinische Präsident Javier Milei, sein bolivianischer Kollege Rodrigo Paz und der ecuadorianische Staatschef Daniel Noboa.
L.Maurer--VB