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Israel greift Hisbollah im Libanon an - 41 Tote bei Spezialkräfte-Einsatz
Israel hat am Wochenende heftige Angriffe gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz im Libanon ausgeführt. Bei einem gezielt gegen ein Hotelzimmer gerichteten Angriff wurden in der Nacht zum Sonntag in Beirut nach libanesischen Angaben vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Nachdem die Regierung in Beirut zuletzt den Druck auf die Hisbollah erhöht hatte, verließen 117 Iraner - darunter Diplomaten - den Libanon an Bord eines russischen Flugzeugs. Am Samstag wurden 41 Menschen bei einem Versuch israelischer Spezialkräfte getötet, im Ostlibanon den Leichnam eines seit 1986 vermissten Soldaten zu bergen.
Die Attacke auf ein Hotel in Beirut richtete sich nach Angaben der israelischen Armee gegen "wichtige Kommandeure" der Al-Kuds-Brigaden, dem Ableger der iranischen Revolutionsgarden im Ausland. Die Streitkräfte schrieben von einem "präzisen Angriff", die ins Visier genommenen Kommandeure hätten "Terroranschläge gegen den Staat Israel und seine Zivilbevölkerung" geplant. Die Armee werde weiterhin "ranghohe Kommandeure des iranischen Terrorregimes eliminieren" - egal, wo sie sich aufhielten.
Das getroffene Hotel liegt im bei Touristen beliebten, an der Mittelmeerküste gelegenen Beiruter Stadtteil Raoucheh. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass in einem Raum im vierten Stock die Fensterscheiben zerbrochen und die Wände verkohlt waren. Sicherheitskräfte waren im Einsatz, dutzende Gäste flohen in Panik mit ihrem Gepäck aus dem Hotel. Das Viertel Raoucheh war bislang nicht von der israelischen Armee ins Visier genommen worden.
Am Samstag hatte die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben bei einer Angriffswelle unter anderem Raketenwerfer und Waffenlager der Hisbollah in verschiedenen Gebieten im Südlibanon und in der ostlibanesischen Bekaa-Ebene ins Visier genommen.
Vor dem Angriff hatte die israelische Armee angekündigt, sie habe "eine weitere Angriffswelle in Beirut gestartet". Diese sei insbesondere gegen die südlichen Vororte der Hauptstadt gerichtet, die als Hochburgen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten.
Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran vor rund einer Woche, bei denen der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde, ist auch der Konflikt zwischen der pro-iranischen Hisbollah im Libanon und der israelischen Armee wieder eskaliert.
Jüngsten libanesischen Angaben zufolge wurden dabei bislang insgesamt 394 Menschen getötet. Nach Angaben von Gesundheitsminister Rakan Nasseredinne waren darunter 83 Kinder und 42 Frauen. Neun Rettungskräfte seien getötet worden, sagte er am Sonntag. Am Samstag hatte der Minister die Zahl von 294 Toten genannt.
Die israelische Armee gab am Sonntag erstmals seit Beginn der erneuten Kämpfe den Tod von zwei Soldaten im Libanon bekannt. Ein 38-jähriger Oberfeldwebel eines Pionierkorps und ein weiterer Soldat seien im Süden des Libanon getötet worden, erklärten die Streitkräfte.
Vor dem Hintergrund der Kämpfe gegen die Hisbollah unternahm die israelische Armee in der Nacht zum Samstag einen - vergeblichen - Spezialeinsatz, um den Leichnam des seit 1986 vermissten Piloten Ron Arad zu bergen. Bei dem Einsatz - in dessen Verlauf die Armee die Ortschaft Nabi Schait in der östlichen Gebirgsregion im Bezirk Baalbek unter Beschuss nahm - wurden nach libanesischen Angaben 41 Menschen getötet und 40 weitere verletzt.
Die israelische Armee erklärte im Anschluss, keine Spuren des verschwundenen Piloten gefunden zu haben. Kein israelischer Soldat sei bei dem Einsatz verletzt worden.
Im Zuge des Iran-Kriegs hatte in den vergangenen Tagen die libanesische Regierung ihre Gangart gegen die Hisbollah im Land weiter verschärft. Am Sonntag verließen daraufhin nach Angaben aus Beiruter Regierungskreisen insgesamt 117 iranische Staatsbürger den Libanon an Bord eines russischen Flugzeugs. Unter ihnen seien "Diplomaten und Botschaftsmitarbeiter", hieß es weiter. Ziel der Maschine sei die Türkei, zu ihrer endgültigen Destination gab es keine weiteren Angaben. An Bord befänden sich auch die sterblichen Überreste eines im Krieg getöteten iranischen Diplomaten, seiner Frau und der drei Kinder.
A.Ammann--VB