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Sri Lanka evakuiert mehr als 200 Besatzungsmitglieder von weiterem iranischen Kriegsschiff
Einen Tag nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs im Indischen Ozean mit dutzenden Toten durch die USA hat Sri Lanka mehr als 200 Besatzungsmitglieder eines weiteren iranischen Marineschiffes evakuiert. Sein Land habe 208 Besatzungsmitglieder und Kadetten der "Iris Buschehr" aus Sicherheitsgründen an Land gebracht, sagte Sri Lankas Präsident Anura Kumara Dissanayake am Donnerstagabend in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache.
Zuvor hatte die Fregatte den Angaben zufolge einen Defekt an einem ihrer Motoren gemeldet. Das Schiff sei von der srilankischen Marine übernommen worden.
"Wir stellen uns in diesem Konflikt auf keine Seite", sagte Dissanayake. "Doch während wir unsere Neutralität beibehalten, retten wir aktiv Leben." Weiter sagte er: "Niemand sollte in einem Krieg wie diesem sterben." Jedes Leben sei "gleichermaßen kostbar".
Einen Tag zuvor war ein anderes iranische Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas gesunken. Polizeiangaben zufolge wurden bislang über 80 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen, rund 60 Menschen wurden noch vermisst. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab am Mittwoch bekannt, die "Iris Dena" sei "von einem Torpedo" versenkt worden. Die Vernichtung der iranischen Marine ist laut Pentagon eines der Ziele des US-israelischen Kriegs gegen den Iran. Teheran drohte mit Konsequenzen.
Nachdem am Donnerstag mit der "Iris Buschehr" eine weitere iranische Fregatte auf Sri Lanka zugesteuert war, erklärte die Regierung des asiatischen Inselstaates, es gebe die Befürchtung, das Schiff könne auch Ziel eines Angriffs werden - so wie zuvor die "Iris Dena".
Die USA und Israel hatten nach wochenlangen Drohungen am Samstag einen Großangriff auf den Iran gestartet und dabei den obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion greift der Iran seither Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.
Sri Lanka hat sich seit Beginn des Krieges neutral verhalten und zum Dialog aufgerufen. Der Iran ist ein wichtiger Abnehmer von Tee aus Sri Lanka, dem wichtigsten Exportgut des Landes.
I.Stoeckli--VB