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AfD-Verwandtenaffäre: Frohnmaiers Vater bei Bundestagsabgeordneter beschäftigt
Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg gerät AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in der Affäre um Vetternwirtschaft immer mehr in Erklärungsnot. Die AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, dass Frohnmaiers Vater Wolfgang bei ihr geringfügig beschäftigt sei. Er habe sie "bei logistischen Aufgaben unterstützt", erklärte Zimmer.
Das Portal t-online berichtete, Frohnmaiers Vater habe 2025 einen Arbeitsvertrag bei der Bundestagsabgeordneten Zimmer erhalten. Frohnmaier selbst ließ eine AFP-Anfrage dazu unbeantwortet. Das Portal t-online zitierte ihn mit den Worten: "Zu Beschäftigungsverhältnissen anderer Personen und Mitglieder des Bundestags kann ich mich logischerweise nicht äußern."
Zimmer stammt wie Frohnmaier aus dem Landesverband Baden-Württemberg. Frohnmaier tritt bei der Landtagswahl am Sonntag als Spitzenkandidat an, die AfD liegt in Umfragen derzeit mit rund 18 Prozent auf Platz drei hinter CDU und Grünen, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Frohnmaier hat keine Aussichten, Ministerpräsident in Baden-Württemberg zu werden, da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. In den Stuttgarter Landtag strebt er aber nicht. Frohnmaier hat ein Bundestagsmandat und ist dort stellvertretender Fraktionschef.
Nach einem Bericht des Portals "The Pioneer" hatte Frohnmaiers Ehefrau in den vergangenen zwölf Monaten Arbeitsverträge bei drei AfD-Bundestagsabgeordneten. Das bestätigten Frohnmaiers Anwälte auf Anfrage des Portals. Demnach war Frau Frohnmaier in den Büros der AfD-Abgeordneten Achim Köhler, Alexander Arpaschi und Johann Martel beschäftigt. Alle drei Bundestagsabgeordneten ließen eine AFP-Anfrage dazu zunächst unbeantwortet.
Die AfD steht derzeit massiv wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der Kritik: In mehreren Bundesländern wurden Fälle bekannt, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern auf Staatskosten in Abgeordnetenbüros anderer AfD-Politiker angestellt sind.
Die Partei hat deshalb schon personelle Konsequenzen gezogen. So wurde Bundestags-Fraktionsvize Stefan Keuter entmachtet, der Bundestagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt wurde aus der AfD-Bundestagsfraktion ausgeschlossen. Aus mehreren Parteien gibt es Forderungen nach einer Verschärfung des Abgeordnetengesetzes, um solche Beschäftigungsverhältnisse künftig zu verhindern - auch die AfD ist für eine Reform.
R.Braegger--VB