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Iran-Krieg: Neue Angriffe auf Teheran und Golfstaaten - Trump zieht positive Bilanz
Am sechsten Tag des Iran-Krieges hat die israelische Armee die iranische Hauptstadt Teheran mit einer neuen Angriffswelle überzogen, während erneute Angriffe der iranischen Streitkräfte die Golfstaaten erschütterten. Die israelische Armee habe eine "groß angelegte Angriffswelle auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in ganz Teheran begonnen", erklärte das israelische Militär am Donnerstag. Aus Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain wurden derweil neue iranische Angriffe gemeldet. US-Präsident Donald Trump zeigte sich unterdessen hoch zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Krieges.
Iranische Medien meldeten am Donnerstag mehrere Explosionen in der Hauptstadt Teheran. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von verkohlten Fahrzeugen und zerstörten Gebäuden, aus denen Rauch aufstieg.
Iranischen Medien zufolge wurden ein Sportkomplex, ein Fußballstadion, Verwaltungsgebäude und Ladenfronten infolge der US-israelischen Luftangriffe zerstört. Nach Angaben der Organisation Netblocks war in weiten Teilen des Irans weiterhin das Internet gesperrt, die Verbindung betrage nur etwa ein Prozent des üblichen Niveaus.
Fünf Tage nach Beginn der US-israelischen Angriffe gegen den Iran kam es auch in Israel erneut zu Gegenangriffen des Iran: Die israelischen Streitkräfte alarmierten mehrfach die Bevölkerung mit Luftalarm angesichts iranischer Raketenangriffe. In Jerusalem waren zwei Explosionen zu hören, wie AFP-Journalisten berichteten.
Die iranischen Streitkräfte hätten "Ziele in Tel Aviv sowie die Meron Radaranlage" im Norden Israels mit Drohnen angegriffen, erklärte die iranische Armee im Staatsfernsehen.
Auch aus den Golfstaaten wurden erneut zahlreiche iranische Angriffe gemeldet: In Dubai und in der katarischen Hauptstadt Doha waren Explosionen zu hören. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort in Doha bezeichneten die Detonationen als einige der heftigsten seit dem Beginn der iranischen Angriffe auf die Golfstaaten am Samstag. Die jüngsten Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi in einem Telefonat scharf kritisiert hatte.
In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi wurden sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen Drohne in einem Industriegebiet verletzt, wie das emiratische Pressebüro mitteilte.
Auch in Bahrains Hauptstadt Manama waren am Donnerstag Explosionen zu hören. In Saudi-Arabien wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums drei Marschflugkörper und mehrere Drohnen abgefangen.
Die iranische Armee meldete zudem einen weiteren Drohnenangriff auf einen US-Militärstützpunkt in Kuwait. Der wichtige Stützpunkt Camp Buehring im Nordwesten Kuwaits sei mit Kampfdrohnen attackiert worden, erklärte die Armee im iranischen Staatsfernsehen.
In den Gewässern vor Kuwait wurde ein Öltanker von einer "starken Explosion" getroffen, die nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) zu einem Austritt von Öl führte. Das iranische Staatsfernsehen meldete, die iranischen Revolutionsgarden hätten einen US-Öltanker im Persischen Golf mit einer Rakete getroffen. Der Tanker stehe nun "in Flammen".
Die Golfstaaten wurden in den vergangenen Tagen wiederholt Ziel iranischer Drohnen- und Raketenangriffe. Mindestens 13 Menschen wurden in der Golfregion seit Samstag getötet, darunter sieben Zivilisten.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte die iranischen Angriffe. Diese "entbehren jeder militärischen Logik, auch jeder sicherheitspolitischen Logik", sagte Wadephul am Donnerstag in Berlin. Für die im Nahen Osten gestrandeten Reisenden aus Deutschland plane die Bundesregierung weitere Evakuierungsflüge. Der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung aus der Golfregion mit mehr als 250 Menschen an Bord war am Donnerstagmorgen in Frankfurt am Main gelandet.
Mit Blick auf den bisherigen Verlauf des am Samstag begonnenen US-israelischen Krieges gegen den Iran hatte US-Präsident Trump zuletzt eine positive Bilanz gezogen - er gab dem Militäreinsatz in einem eigenwilligen Zahlenspiel 15 von zehn Punkten. "Es läuft gut an der Kriegsfront, um es zurückhaltend auszudrücken", sagte der US-Präsident am Mittwoch. Auch Israel äußerte sich positiv: Die Sprecherin des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, Schosch Bedrosian, sprach von "historischen Erfolgen" im Krieg gegen den Iran.
"Mit jedem Tag, der verstreicht, wird das Terrorregime im Iran schwächer", erklärte am Donnerstag der israelische Armeesprecher Effie Defrin. "Jeden Tag erschüttern wir das Regime weiter, vergrößern den ihm zugefügten Schaden, bis die existenzielle Bedrohung beseitigt ist."
Der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei beschuldigte Israel und die USA unterdessen, bei ihren Luftangriffen "absichtlich" auf zivile Ziele zu zielen, um "größtmögliches Leid und den größten Verlust von Menschenleben" zu bewirken. "Unser Volk wird brutal abgeschlachtet", erklärte Bakaei im Onlinedienst X.
Iranischen Angaben zufolge stieg die Zahl der bei US-israelischen Angriffen getöteten Iranerinnen und Iranern am Donnerstag auf mehr als 1230. Die Nachrichtenagentur AFP konnte diese Zahl nicht unabhängig verifizieren.
Die iranischen Revolutionsgarden teilten indes mit, sie hätten bewaffnete feindliche Oppositionsgruppen in der autonomen kurdischen Region im benachbarten Irak angegriffen. Ein iranisch-kurdischer Kämpfer wurde dort am Mittwoch bei einem Raketenangriff auf die Kurdische Freiheitspartei (PAK) deren Angaben zufolge getötet.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, auf US-Einrichtungen in der Golfregion und auf Infrastruktur in den Golfstaaten. Die gegenseitigen Angriffe dauerten am Donnerstag weiter an.
P.Keller--VB