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Halbes Jahr nach Protesten: Parlamentswahl in Nepal begonnen
Sechs Monate nach den gewaltsamen Protesten in Nepal haben in dem Himalaya-Staat vorgezogene Parlamentswahlen begonnen. Die Wahllokale öffneten am Donnerstagmorgen, zur Wahl aufgerufen sind fast 19 Millionen Bürger. Die Wahl könnte wegweisend sein für das Land, das unter politischer Instabilität, Korruption und Armut leidet. Es wird ein politischer Generationswechsel erwartet.
Bei dem Urnengang treten 114 zum Teil neu gegründete Parteien an. Um das Amt des Regierungschefs konkurrieren unter anderem der 74-jährige marxistische Vierfach-Premier K.P. Sharma Oli sowie viele jüngere Kandidaten, unter ihnen der Ex-Bürgermeister von Kathmandu, Balendra Shah, der als Rapper bekannt geworden war.
"Ich bin früh zum Wählen gekommen, wir müssen unsere Rechte ausüben", sagte die 60-jährige Nilanta Shakya vor einem Wahllokal in Kathmandu. Die Menschen hätten lange auf einen Wandel gewartet. "Ich hoffe, dass es dieses Mal einen bedeutsamen Wandel gibt."
Den Protest im vergangenen September hatten vor allem junge Menschen initiiert. Auslöser war die Blockade von Online-Netzwerken gewesen, mit der die Regierung ihren Gegnern die Kommunikation erschweren wollte. Der zunächst friedliche Protest artete in Gewalt aus, als die Demonstranten mit Sicherheitskräften zusammenstießen, die das Feuer eröffneten. Mehr als 70 Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt.
Unter dem Druck der Straße trat Regierungschef K.P. Sharma Oli am 9. September 2025 zurück. Die frühere Oberste Richterin Sushila Karki übernahm als erste Frau die Führung der Übergangsregierung.
C.Koch--VB