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Iran-Krieg: Frankreich entsendet Flugzeugträger ins Mittelmeer
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs verlegt Frankreich seinen Flugzeugträger Charles de Gaulle ins Mittelmeer. "Angesichts dieser instabilen Lage und der Ungewissheit der kommenden Tage habe ich dem Flugzeugträger Charles de Gaulle, seinen Luftstreitkräften und seiner Fregattenbegleitung den Befehl gegeben, Kurs auf das Mittelmeer zu nehmen", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag in einer Fernsehansprache.
Zudem sollen zusätzliche Rafale-Kampfjets, Luftabwehrsysteme und luftgestützte Radarsysteme in die vom Iran-Krieg betroffenen verbündeten Länder verlegt werden, kündigte Macron an. Er verwies auf die Verteidigungsabkommen Frankreichs mit Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie auf die Verpflichtungen gegenüber dem Irak und Jordanien. "Wir haben in legitimer Verteidigung seit den ersten Stunden des Konflikts Drohnen abgeschossen, um den Luftraum unserer Verbündeten zu schützen", sagte Macron, ohne Einzelheiten zu nennen.
Zwei französische Militärstützpunkte in der Region seien von "begrenzten Angriffen" getroffen worden, die Sachschäden verursacht hätten.
Auch das EU-Mitglied Zypern, das angegriffen worden sei, solle unterstützt werden. Eine französische Fregatte solle in Kürze eintreffen, zudem sollen Luftabwehrsysteme nach Zypern gebracht werden. Frankreich habe erst kürzlich eine strategische Partnerschaft mit Zypern unterzeichnet, betonte Macron.
Mit Blick auf die von iranischen Revolutionsgarden gesperrte Straße von Hormus wolle er eine Koalition auf den Weg bringen, "die Mittel aufbringt, auch militärische, um den Verkehr auf diesem für die Weltwirtschaft wichtigen Seeweg wieder aufzunehmen", sagte Macron. "Das haben wir vor einigen Monaten im Roten Meer geschafft, das müssen wir jetzt dort erneut tun." Durch die Straße von Hormus würden etwa zwanzig Prozent des weltweit transportierten Erdöls und Flüssiggases transportiert.
Macron gab der Islamischen Republik die "Hauptverantwortung" für den Krieg. Die Militäreinsätze der USA und Israels seien jedoch "außerhalb des Völkerrechts" geschehen, betonte Macron. "Das können wir nicht billigen", sagte er.
Er forderte Israel auf, auf eine Bodenoffensive im Libanon zu verzichten und die territoriale Integrität des Libanons zu achten. Zugleich müsse die Hisbollah ihre Angriffe einstellen.
Macron kündigte an, dass die ersten Flugzeuge mit schutzbedürftigen Französinnen und Franzosen aus der Golfregion noch am Abend in Paris eintreffen sollten. Weitere sollten folgen. Insgesamt hielten sich etwa 400.000 Menschen mit französischer Staatsangehörigkeit in den von dem Krieg betroffenen Ländern auf, teils dauerhaft, teils auf Reisen.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.
R.Fischer--VB