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Libanesisches Gesundheitsministerium: Zwölf Tote bei israelischen Angriffen
Bei israelischen Angriffen sind nach libanesischen Angaben zwölf Menschen im Osten und im Süden des Libanon getötet worden. 24 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte das libanesische Gesundheitsministerium am Freitag. Die israelische Armee erklärte, die Angriffe hätten sich gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz und die mit ihr verbündete islamistische Hamas gerichtet. Am Samstag teilte die israelische Armee dann mit, acht Hisbollah-Mitglieder seien getötet worden.
Ein Hisbollah-Vertreter, der anonym bleiben wollte, bestätigte dies und sagte, bei dem Angriff in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes sei auch ein "Kommandeur" getötet worden. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP sah im Dorf Bednajel einen Bulldozer, der nach dem Angriff Trümmer beiseite räumte. Auch zwischen Rijak und Ali al-Nahri sei ein Gebäude in einem Wohngebiet zerstört worden.
Zuvor hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben das größte palästinensische Flüchtlingslager im Süden des Libanon angegriffen, dabei seien zwei Hamas-Mitglieder getötet worden. Die Hamas sprach von "zivilen" Opfern.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun bezeichnete die Angriffe als einen "eklatanten Aggressionsakt, der darauf abzielt, die diplomatischen Bemühungen" der USA und anderer Staaten zur Herstellung von Stabilität zu vereiteln. Anfang der Woche hatte die libanesische Armee verkündet, mit der zweiten Phase der Entwaffnung der Hisbollah begonnen zu haben.
Die libanesische Armee braucht nach Angaben der Regierung in Beirut mindestens vier Monate für die Umsetzung der zweiten Entwaffnungsphase im Süden des Landes. Dieser Zeitrahmen könne je nach "verfügbaren Kapazitäten, israelischen Angriffen und Hindernissen vor Ort verlängert werden", sagte der libanesische Informationsminister Paul Morcos am Montag.
Im vergangenen Monat hatte die libanesische Armee erklärt, die erste Phase der Entwaffnung der Hisbollah abgeschlossen zu haben. Diese deckt das Gebiet zwischen dem Fluss Litani und der israelischen Grenze rund 30 Kilometer weiter südlich ab. Die zweite Phase betrifft das Gebiet zwischen den Flüssen Litani und Awali, etwa 40 Kilometer südlich von Beirut.
Seit November 2024 gilt zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen verbündete Miliz hatte nach dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg eine zweite Front gegen Israel eröffnet.
Die libanesische Regierung hat zugesagt, die Hisbollah vollständig zu entwaffnen. Israel macht die komplette Entwaffnung der Hisbollah zur Bedingung für ein vollständiges Ende seiner Angriffe auf Stützpunkte der Miliz im Süden des Libanon.
P.Keller--VB