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Abgeordneter: 379 politische Gefangene in Venezuela erhalten Amnestie
Nach der Verabschiedung eines Amnestiegesetzes in Venezuela sollen nach Angaben eines Abgeordneten 379 politische Gefangene freikommen. Die Betroffenen müssten spätestens am Samstag aus den Gefängnissen entlassen werden, sagte der Abgeordnete Jorge Arreaza am Freitag (Ortszeit) in einem Fernsehinterview. Die Staatsanwaltschaft habe den zuständigen Gerichten entsprechende Anträge übermittelt.
Das Parlament in Caracas hatte am Donnerstag einstimmig ein Amnestiegesetz gebilligt, das von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez unter Druck der USA vorangetrieben worden war. Nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation Foro Penal sitzen derzeit etwa 650 politische Gefangene in den Haftanstalten des Landes ein. Vor vielen Gefängnissen des Landes warten seit Wochen Angehörige in der Hoffnung auf eine Freilassung ihrer Lieben.
Das Amnestiegesetz soll Vorwürfe abdecken, die seit 1999 gegen politische Gegner des im Januar von den USA gefangen genommenen Staatschefs Nicolás Maduro und seines Vorgängers Hugo Chávez vorgebracht worden waren, etwa die Teilnahme an Demonstrationen oder Verbreitung von "Hass". Für schwere Straftaten wie Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Mord, Drogenhandel oder Korruption soll die Amnestie nicht gelten.
Unabhängig von dem Amnestiegesetz hatte Übergangspräsidentin Rodríguez bereits mit der Freilassung politischer Häftlinge begonnen. Rodríguez wird von US-Präsident Donald Trump unterstützt, obwohl sie bereits unter Maduro Vizepräsidentin war. Im Gegenzug verlangt Trump unter anderem Zugang zu den riesigen Ölvorkommen in Venezuela.
J.Marty--VB