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Luftkampfsystem FCAS: Airbus bereit zu Entwicklung von eigenem Kampfjet
Angesichts der wachsenden Zweifel am deutsch-französischen Luftkampfprojekt FCAS hat der Airbus-Konzern seine Bereitschaft erklärt, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln. "Wenn unsere Kunden es verlangen, würden wir eine Zwei-Faktor-Lösung unterstützen, und wir verpflichten uns, eine führende Rolle zu spielen", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury am Donnerstag in Toulouse. Die "Blockade eines einzelnen Pfeilers" dürfe "nicht die gesamte Zukunft" des Programms gefährden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das 100-Milliarden-Euro-Projekt am Mittwoch erstmals offen in Frage gestellt und auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen Kampfjet der neuen Generation in Frankreich und Deutschland verwiesen. Während Frankreich einen Kampfjet braucht, der auf einem Flugzeugträger landen und Atomwaffen transportieren kann, benötigt die deutsche Luftwaffe eher ein schnelles Jagdflugzeug.
Airbus vertritt bei dem Rüstungsvorhaben Deutschland und Spanien, während das Unternehmen Dassault die französische Seite repräsentiert. Dassault beansprucht eine größere Führungsrolle, was zu einem Ungleichgewicht zwischen den Partnern führt und das Projekt seit Monaten verzögert.
Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Zu diesem Luftkampfsystem der Zukunft sollen nach ursprünglicher Planung neben einem gemeinsamen Kampfjet auch Drohnen und neuartige Kommunikationssysteme gehören. Es sollte ab den 2040er Jahren einsatzfähig sein.
"Wir sind der Auffassung, dass ein Vorhaben dieser Größenordnung nur durch Zusammenarbeit verwirklicht werden kann", sagte Airbus-Chef Faury. Dazu zählten insbesondere "operative Interoperabilität und Synergien über den gesamten Lebenszyklus hinweg".
Das spanische Verteidigungsministerium erklärte, dass es im FCAS-Programm "voll engagiert" bleibe und verwies auf das 2019 unterzeichnete Rahmenabkommen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Mittwoch seinerseits sein Festhalten an dem Vorhaben bekräftigt.
Nach den bisherigen Vereinbarungen sollen sich Frankreich, Deutschland und Spanien jeweils zu einem Drittel an der Entwicklung von FCAS beteiligen, wobei Dassault in erster Linie für den Kampfjet zuständig sein soll. Eigentlich hätte 2026 die zweite Phase des Vorhabens beginnen sollen, um bis 2029 ein flugfähiges Modell zu entwickeln. Mit einer Entscheidung wird nach Aussagen eines Berliner Regierungssprechers nun Ende des Monats gerechnet.
T.Ziegler--VB