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Umfrage: Elektronische Patientenakte findet wenig Anklang - Forderungen an Politik
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte (ePa) können die meisten Versicherten nicht viel damit anfangen. Ein Großteil von ihnen - 71 Prozent - nutzt das digitale Angebot bislang nicht: Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hervor. Viele Befragte beklagten demnach fehlende Funktionen, unzureichende Informationen sowie komplizierte Freischaltungsprozesse als Hürden im Umgang mit der ePA.
Die Verbraucherzentrale fordert die Politik auf, die elektronischen Patientenakte zügig weiterzuentwickeln und dabei die Bedarfe der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt zu stellen - denn generell sei die digitale Akte ein vielversprechendes Angebot.
"Die elektronische Patientenakte ist noch nicht im Alltag der Menschen angekommen", kritisierte vzbv-Vorständin Ramona Pop. Dabei könne die ePa "ein echter Gewinn für die Gesundheitsversorgung sein", weil sie diese "transparenter und effizienter" machen könnte. "Aber so, wie sie bislang ausgestaltet ist, bleibt sie deutlich hinter den Erwartungen zurück", sagte Pop.
Die Verbandschefin forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, einen "verbindlichen Zeitplan" darüber vorzulegen, wie die Patientenakte mit weiteren Funktionen angereichert und damit praxistauglicher gestaltet werden kann. Pop schlug vor, etwa das Zahnbonusheft, den Impfpass und den Mutterpass in die ePa aufzunehmen - und zusätzlich eine Funktion mit Erinnerungen an anstehende Vorsorgetermine einzuführen.
Die Akte könne zudem zu einer Plattform für wissenschaftlich gesicherte Gesundheitsinformationen ausgebaut werden - "für Menschen, die Fragen haben und nicht irgendwelchen obskuren Gesundheits-Influencern auf den Leim gehen" wollten, sagte Pop.
In der vom vzbv in Auftrag gegebenen Umfrage des Instituts Forsa gaben 94 Prozent an, die ePa zu kennen. 71 Prozent gaben an, sie nicht aktiv zu nutzen. Neun Prozent gaben an, Widerspruch gegen die Anlage der Akte eingelegt zu haben oder sie löschen zu lassen.
Die Gründe, warum Versicherte ihre elektronische Patientenakte nicht aktiv nutzen, sind der Erhebung zufolge vielfältig. 75 Prozent gaben an, dass sie sich noch nicht mit der ePA auseinandergesetzt hätten. Jeder Dritte (33 Prozent) sagte, keinen persönlichen Nutzen in der Akte zu sehen. Auch Datenschutzbedenken und Sorgen hinsichtlich der Datensicherheit halten Verbraucher davon ab, ihre ePA aktiv zu nutzen - jeweils 13 Prozent äußerten sich so.
R.Flueckiger--VB