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Verbindungen zu Epstein: Britischer Ex-Botschafter Mandelson verlässt Labour-Partei
Nach seiner Absetzung vom Posten des britischen Botschafters in den USA wegen seiner Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im vergangenen September ist Peter Mandelson aus der Labour-Partei ausgetreten. Er wolle die Partei "nicht weiter in Verlegenheit bringen" und gebe daher seine Mitgliedschaft auf, schrieb Mandelson am Sonntagabend gemäß der britischen Nachrichtenagentur PA in einem Brief an die Labour-Generalsekretärin Hollie Ridley.
Eine am Freitag veröffentlichte neue Reihe von Epstein-Akten hatte neue Details der Verbindungen Mandelsons zu dem Sexualstraftäter offengelegt. Demnach soll der 72-jährige frühere Minister Anfang der 2000er-Jahre mehrfach Geld von Epstein erhalten haben. Er halte die Vorwürfe für falsch und habe "weder Aufzeichnungen noch Erinnerungen" daran, schrieb Mandelson dazu in seinem Brief an die Labour-Generalsekretärin.
Den Bankauszügen zufolge soll Epstein in den Jahren 2003 und 2004 insgesamt 75.000 Dollar (63.200 Euro) in drei Überweisungen auf Konten transferiert haben, die mit Mandelson in Verbindung stehen. In einem Interview mit der britischen BBC sage Mandelson, er wisse nicht, ob die Bankauszüge authentisch seien.
Weitere Dokumente sollen Überweisungen Epsteins an Mandelsons Lebenspartner Reinaldo Avila da Silva im Jahr 2009 in Höhe von 10.000 Pfund (11.500 Euro) belegen. Mandelson war zu dem Zeitpunkt Minister.
Mandelson ist außerdem auf einer Reihe von neuen Fotos in den Epstein-Akten zu sehen. In T-Shirt und Unterhose steht er in den Aufnahmen neben einer Frau, deren Gesicht von den US-Behörden unkenntlich gemacht wurde. Der BBC sagte Mandelson, er könne "weder den Ort einordnen, noch die Frau identifizieren".
Im September vergangenen Jahres hatte die britische Regierung Mandelson von seinem Posten als britischer Botschafter in den USA abgesetzt. Grund waren bekannt gewordene E-Mails, die Mandelson an Epstein geschrieben hatte. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Mandelson Epstein Worte der Unterstützung geschrieben habe, als 2008 gegen diesen in den USA wegen Sexualstraftaten ermittelt wurde. In E-Mails an Epstein schrieb Mandelson demnach, dass er den Fall "genau verfolgt und jederzeit zur Verfügung steht".
Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater und Millionär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid. Ihm wurde vor seinem Tod vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.
Die US-Regierung hatte am Freitag neue Akten in dem Fall veröffentlicht. Zu den mehr als drei Millionen Dokumenten, die am Wochenende online verfügbar gemacht wurden, gehörten E-Mails, Fotos und Videos. In dem Material tauchen erneut die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf, darunter US-Präsident Donald Trump, Tech-Milliardär Elon Musk, Microsoft-Gründer Bill Gates und der ehemalige britische Prinz Andrew.
B.Wyler--VB