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Mogadischu: Erste direkte Lokalwahlen seit Jahrzehnten in Somalias Hauptstadt
In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind die Menschen erstmals seit 58 Jahren zur direkten Stimmabgabe bei Kommunalwahlen aufgerufen. Rund 1600 Kandidaten bewerben sich um 390 Mandate in der Stadt mit rund drei Millionen Einwohnern, teilte die Nationale Wahlbehörde am Donnerstag mit. Der Urnengang unter strikten Sicherheitsbeschränkungen gilt als Test für die bevorstehenden ersten direkten landesweiten Wahlen in dem ostafrikanischen Land seit 1969.
Rund 400.000 Wählerinnen und Wähler werden nach Angaben der Behörden zur Stimmabgabe erwartet und mit Bussen zu den Wahlurnen gebracht. Die Wahl findet demnach unter strikten Sicherheitsbeschränkungen statt: Die Stadt stehe am Wahltag still, der größte Flughafen des Landes bleibe geschlossen.
Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das seit Ende der 1960er Jahre geltende komplexe indirekte Wahlsystem abzuschaffen. Das Parlament stimmte der Änderung zu.
Das seit Jahrzehnten krisengebeutelte ostafrikanische Land wird regelmäßig von Naturkatastrophen und Anschlägen der dschihadistischen Shebab-Miliz erschüttert. Seit der Machtübernahme durch den Diktator Siad Barre im Jahr 1969 hat es in Somalia keine direkte, allgemeine Wahl mehr gegeben. Nach seinem Sturz 1991 war das Land im Bürgerkrieg versunken und ins Chaos gerutscht. Seither war das politische System des Landes durch Clan-Strukturen geprägt. Die politischen Vertreter wurden seitdem in einem komplexen indirekten Wahlsystem bestimmt.
K.Sutter--VB