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Belarussischer Dissident Bjaljazki will politischen Kampf im Exil fortsetzen
Der freigelassene Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki will seinen Kampf für Demokratie in Belarus im Exil fortführen. "Wir müssen die Arbeit fortsetzen, die wir in Belarus gemacht haben", sagte Bjaljazki am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Litauen. Es sei "sehr wichtig", in Belarus zu sein, aber es gebe "viele Dinge", die man im Exil tun könne.
Bjaljazki und die belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa waren am Samstag zusammen mit 121 anderen Gefangenen im Rahmen eines Abkommens mit den USA aus der Haft entlassen worden. Die meisten der Freigelassenen wurden in die Ukraine gebracht, darunter auch Kolesnikowa.
Bjaljazki wurde nach Litauen abgeschoben. Der Friedensnobelpreisträger rief die EU auf, Gespräche mit der Regierung in Minsk aufzunehmen, um zu erreichen, dass weitere politische Häftlinge freikommen. "Wir müssen die Repressionen in Belarus beenden", sagte er. "Die Repressionen werden vom Regime ausgeübt - mit wem sonst soll man sprechen, wenn nicht mit dem Regime?"
Bjaljazki sagte über seine mehr als vierjährige Haft, er habe wie andere politische Gefangene "Isolationshaft und ständige Demütigungen" ertragen müssen. Sein Nobelpreis habe ihn aber "vor viel Schlimmerem bewahrt, das andere Kollegen durchmachen mussten", sagte er.
Kolesnikowa sagte am Sonntag bei einer Pressekonferenz in der Ukraine, sie "bereue nichts". Es gebe Zeiten, "in denen wir mit schwierigen Fragen konfrontiert werden und schwierige Entscheidungen treffen müssen", sagte sie bei einer Pressekonferenz in der Ukraine. "Ich habe diese schwierige Entscheidung sehr leicht getroffen, weil ich absolut überzeugt war und bin, dass ich die richtige Idee unterstützt habe."
Bjaljazki war 2021 festgenommen und im März 2023 wegen angeblicher Finanzdelikte zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte 1996 Wjasna gegründet - zwei Jahre nach Lukaschenkos Amtsantritt.
Kolesnikowa hatte an der Seite der im Exil lebenden belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja die Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko im Jahr 2020 mit angeführt. Als eine der wenigen führenden belarussischen Oppositionellen entschied sie sich gegen die Flucht ins Exil. 2020 wurde sie inhaftiert, später zu elf Jahren Straflager verurteilt.
Auch der ehemalige Banker Viktor Babariko wurde am Samstag freigelassen. Babariko hatte bei der Präsidentschaftswahl in Belarus 2020 kandidiert und galt als wichtiger Gegenkandidat Lukaschenkos. Zwei Monate vor der Abstimmung wurde Babariko festgenommen und im Juli 2021 wegen Korruptionsvorwürfen zu 14 Jahren Haft verurteilt.
D.Schaer--VB