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Teilnahme von Friedensnobelpreisträgerin Machado an Preisverleihung in Oslo unklar
Nach der Absage einer Pressekonferenz mit Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist unklar, ob die Venezolanerin am Mittwoch an der Preisverleihung in Oslo teilnimmt. Das Nobelpreiskomitee hatte die geplante Pressekonferenz mit der Oppositionspolitikerin am Dienstag erst verschoben und dann ganz abgesagt. Ihre frühere Wahlkampfleiterin schloss unterdessen aus, dass Machado dauerhaft außerhalb Venezuelas im Exil leben wird.
Ein Auftritt in Oslo wäre für die im Untergrund lebende Machado der erste öffentliche Auftritt seit Januar. Mehrere Angehörige Machados, darunter ihre Mutter, ihre drei Schwestern und ihre drei Kinder, sind bereits nach Oslo gereist. Sie machte bisher keine Angaben zu Machados Aufenthaltsort. Mehrere Familienmitglieder gaben an, nicht zu wissen, wo sie sich befindet. Vor dem Osloer Grand Hotel, in dem die Preisträger üblicherweise übernachten, befand sich am Dienstag ein massives Polizeiaufgebot.
Zur Zeremonie reisten mehrere lateinamerikanische Staatschefs an, darunter der argentinische Präsident Javier Milei und Panamas Staatschef José Raúl Mulino. Mulino sagte, er sei nach Norwegen gekommen, um der "Heldin der Demokratie und des kämpfenden venezolanischen Volks" zu gratulieren. Er drückte seine Hoffnung auf eine "möglichst rasche Rückkehr zur Demokratie in Venezuela" aus.
Der Sprecher des Nobelinstituts, Erik Aasheim, sagte am Dienstag zu der abgesagten Pressekonferenz: "María Corina Machado hat selbst gesagt, wie schwierig es war, nach Norwegen zu kommen." Er fügte an: "Wir hoffen, dass sie an der Nobelpreisverleihung teilnehmen wird."
Machados frühere Wahkampfleiterin Magalli Meda schloss unterdessen aus, dass die 58-Jährige im Exil bleiben könnte. Dies sei "vollkommen ausgeschlossen", sagte Meda in einem Online-Video. "Das ist, als würde man einer Mutter sagen, dass sie aufhören soll, ihre Kinder zu lieben", sagte Meda. Machado werde "tun, was sie tun muss" und sei sich "sehr bewusst, dass ihre Stärke vom Vertrauen kommt, das ihr das Land gegeben hat".
Der venezolanische Generalstaatsanwalt Tarek William Saab hatte im November gedroht, er werde Machado im Falle ihrer Teilnahme an der Nobelpreisverleihung als "flüchtig" betrachten. Er begründete dies damit, dass gegen die Oppositionelle zahlreiche strafrechtliche Ermittlungen wegen "Verschwörung, Aufstachelung zum Hass und Terrorismus" liefen. Zudem werde gegen sie wegen ihrer Unterstützung für den Einsatz von US-Streitkräften in der Karibik ermittelt.
Die konservative venezolanische Opposition hatte Machado im vergangenen Jahr zu ihrer Präsidentschaftskandidatin gekürt. Sie galt als Favoritin gegen den linksnationalistischen Amtsinhaber Nicolás Maduro – bis die Behörden ihr die Kandidatur untersagten.
Machado unterstützt den harten Kurs von US-Präsident Donald Trump gegen die Maduro-Regierung. Nach der Bekanntgabe ihrer Ehrung mit dem Friedensnobelpreis, mit dem sie das norwegische Nobelinstitut als "eines der ungewöhnlichsten Beispiele für Zivilcourage in Lateinamerika in der jüngsten Zeit" würdigt, hatte sie Trump gedankt.
Seit September greift die US-Armee immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im östlichen Pazifik an. Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Maduro vermutet hinter dem militärischen Vorgehen der USA hingegen Pläne zu seinem Sturz.
H.Weber--VB