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Libanon kündigt neue Gespräche mit Israel an - Israel greift Ziele im Südlibanon an
Einen Tag nach den ersten offiziellen Gesprächen zwischen Regierungsvertretern aus Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten hat der libanesische Präsident Joseph Aoun eine Fortsetzung angekündigt. "Es ist natürlich, dass das erste Treffen nicht sehr produktiv war, aber es hat den Weg zu weiteren Treffen geebnet, die am 19. dieses Monats beginnen", erklärte Aoun nach Angaben eines Regierungsmitglieds am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung.
"Bislang sind die Reaktionen auf das erste Treffen positiv ausgefallen", hieß es von libanesischer Seite weiter. Ziel des Dialogs sei es, das Risiko "eines zweiten Kriegs im Libanon" zu verringern.
Das historische Treffen zwischen Vertretern beider Länder hatte am Mittwoch im Hauptquartier der UN-Friedensmission für den Libanon (Unifil) in Nakura im Südlibanon stattgefunden. Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahus schrieb anschließend in einer Mitteilung von einer "positiven Atmosphäre". Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam stellte die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet zu Israel bis zum Jahresende in Aussicht, erklärte aber zugleich, bei den Gesprächen handele es sich "noch nicht" um "Friedensgespräche".
Tags zuvor hatte Papst Leo XIV. einen dreitägigen Besuch im Libanon beendet. Am Montag hatte der Pontifex vor tausenden Menschen für Frieden in der Welt gebetet - "besonders für den Libanon und für die gesamte Region".
Am Donnerstag griff die israelische Armee allerdings erneut Ziele im Südlibanon an. Sie habe "Terror-Ziele der Hisbollah" beschossen, erklärte die israelische Armee. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur Ani berichtete von israelischen Angriffen auf die Dörfer Mahrouna, Dschbaa, Madschadal und Baraascheet.
Nach dem Überfall der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 war auch der Konflikt zwischen Israel und der mit der Hamas verbündeten und im Libanon einflussreichen Hisbollah eskaliert. Seit November 2024 gilt im Libanon eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch gegenseitig immer wieder Verstöße gegen die Feuerpause vor.
Die US-Regierung hatte zuletzt den Druck auf Beirut erhöht, die Hisbollah zu entwaffnen. Die pro-iranische Miliz lehnt dies strikt ab. Israel macht die Entwaffnung jedoch zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe.
Die Regierung in Beirut hatte die libanesische Armee angewiesen, bis Ende des Jahres die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Flusses Litani zu zerstören und die Hisbollah anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzt die libanesische Armee das Vorhaben jedoch nur unzureichend um. Die israelische Armee hatte zuletzt ihre Angriffe im Südlibanon intensiviert.
B.Baumann--VB