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Luftwaffe nimmt erstes Raketenabwehrsystem Arrow 3 in Betrieb
Als Reaktion auf die erhöhte Bedrohung durch Russland hat die Bundeswehr am Mittwoch die erste Stufe des Raketenabwehrsystems Arrow 3 in Betrieb genommen. Auf dem Fliegerhorst Schönewalde/Holzdorf in Sachsen-Anhalt wurde das in Israel beschaffte System vorgestellt und die sogenannte Anfangsbefähigung erklärt. Laut Luftwaffe erhält Deutschland damit "erstmals die Fähigkeit zur Frühwarnung und der Bekämpfung von anfliegenden ballistischen Flugkörpern außerhalb der Erdatmosphäre".
"Mit dem neuen Arrow-System erweitern wir unsere Luftverteidigung um die äußere Schale", erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). "Wir erlangen damit erstmals die Möglichkeit zur Frühwarnung und zum Schutz unserer Bevölkerung und Infrastruktur vor weitreichenden ballistischen Raketen."
Pistorius sprach von einem "Kraftakt", binnen zwei Jahren ein komplett neues Waffensystem einzuführen, "verbunden mit umfangreichen Baumaßnahmen". Deutschland verfüge nun aber über ein Abwehrsystem, das "im Kreis unserer europäischen Partner einmalig ist" und stärke damit auch "den europäischen Pfeiler der Nato".
Deutschland und Israel hatten Ende September 2023 die Vereinbarung zur Lieferung des Arrow-Systems geschlossen. Das Rüstungsgeschäft hat nach israelischen Angaben ein Volumen von 3,5 Milliarden Dollar (rund drei Milliarden Euro). Es ergänzt das US-System Patriot, das zur Abwehr anfliegender Flugzeuge und Raketen im Umkreis von bis zu 68 Kilometern dient.
In den kommenden Monaten und Jahren soll Arrow an weiteren Standorten in Deutschland stationiert werden. "Die Verteilung auf mehrere strategisch ausgewählte Standorte bietet eine optimale Abdeckung des gesamten Territoriums der Bundesrepublik", erklärte das Verteidigungsministerium. Dies sichere auch "die notwendige Resilienz im Falle von Ausfällen, Störungen oder Sabotage".
P.Keller--VB