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Kanonen und Kampfjets: Trump empfängt Saudi-Arabiens Kronprinzen bin Salman
Mit außergewöhnlichen militärischen Ehren hat US-Präsident Donald Trump den einflussreichen saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman empfangen. Bei der Vorfahrt des Thronfolgers spielte am Dienstag eine Militärkapelle auf, Kanonenfeuer ertönte und Soldaten paradierten auf Pferden, während Kampfjets das Weiße Haus überflogen. Es ist der erste Besuch bin Salmans in Washington seit rund sieben Jahren.
Der Thronfolger stand seit der Ermordung des regierungskritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 international in der Kritik. Ein US-Geheimdienstbericht kam zu dem Schluss, dass bin Salman die Tötung des Reporters gebilligt hatte, der unter anderem für die "Washington Post" schrieb.
Trump setzt auf gute Beziehungen zu Saudi-Arabien und hatte das Königreich im Mai besucht. Trotz israelischer Bedenken stellte der US-Präsident Saudi-Arabien kurz vor bin Salmans Ankunft den Verkauf von F-35-Kampfjets in Aussicht. Der Golfstaat sei ein "großartiger Verbündeter", sagte Trump zur Begründung. Israel ist bisher das einzige Land im Nahen Osten, das über hochmoderne F-35-Kampfflugzeuge aus US-Produktion verfügt.
Der US-Präsident will erreichen, dass der Golfstaat seine Beziehungen zu Israel normalisiert. Angesichts des Konflikts um den Gazastreifen gilt dies allerdings als unwahrscheinlich. Der saudiarabische Kronprinz dürfte nach dem israelischen Luftangriff auf Hamas-Vertreter in Katar im September seinerseits auf Sicherheitsgarantien der USA dringen.
Aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen hieß es zudem, dass Trump und der Kronprinz ein Rahmenabkommen für die zivile nukleare Zusammenarbeit unterzeichnen wollen. Saudi-Arabien möchte dabei auf US-Technologie zurückgreifen - dies unterliegt jedoch strengen Regeln. Es wird erwartet, dass der US-Kongress ein solches Abkommen genau prüfen würde. Saudi-Arabien betont, anders als der Iran nicht nicht nach Atomwaffen zu streben.
S.Gantenbein--VB