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Oberbürgermeisterwahl in Kiel: Kandidaten von CDU/FDP und Grünen in Stichwahl
Über den neuen Oberbürgermeister der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel wird in drei Wochen in einer Stichwahl entschieden. Im ersten Wahlgang am Sonntag lagen der von CDU und FDP unterstützte Gerrit Derkowski (parteilos) und Grünen-Kandidat Samet Yilmaz vorn, verpassten aber die für einen direkten Sieg erforderliche absolute Mehrheit klar. Wie die Stadt mitteilte, entfielen auf Derkowski 28,7 Prozent. Für Yilmaz stimmten laut vorläufigem Ergebnis 24,8 Prozent.
Derkowski und Yilmaz treffen nun am 7. Dezember in einer Stichwahl erneut aufeinander. Im ersten Wahlgang traten neun Kandidatinnen und Kandidaten an. Hinter Yilmaz kam der von der SPD aufgestellte Ulf Daude mit 23,3 Prozent auf den dritten Platz. Linken-Kandidat Björn Thoroe landete mit 8,1 Prozent bei klarem Abstand auf Rang vier, gefolgt von AfD-Bewerber Hubert Pinot de Kraus mit 5,8 Prozent.
Kiels amtierender Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) trat nach zwei Amtszeiten nicht wieder an. Er wechselt in die Landespolitik. Die SPD wählte ihn jüngst per Mitgliederentscheid zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2027, zudem soll er ihr neuer Landeschef werden.
Wahlberechtigt waren am Sonntag rund 190.000 Kielerinnen und Kieler. Die Wahlbeteiligung lag laut vorläufiger Auszählung bei 48,9 Prozent.
Für die SPD endet mit dem Ergebnis der ersten Runde eine 16-jährige Zeitspanne, in der sie durchgehend den Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin stellte. Die CDU besetzte letztmalig zwischen 2003 und 2009 den Chefsessel im Kieler Rathaus, die Grünen noch nie.
Der von CDU und FDP nominierte Derkowski ist Politik-Quereinsteiger. Der 56-Jährige ist Fernsehjournalist und arbeitete lange als Moderator für den Norddeutschen Rundfunk und die Nachrichtenredaktion der ARD. Er gehörte früher unter anderem zum Sprecherteam der "Tagesschau".
Yilmaz ist Ko-Fraktionschef der Grünen in der Kieler Ratsversammlung und dort unter anderem Fachsprecher seiner Partei für Ordnungs- und Migrationspolitik. Der 44-Jährige arbeitete früher unter anderem als Referatsleiter beim schleswig-holsteinischen Landesverfassungsschutz.
H.Gerber--VB